Wissenschaftler erhalten Supercomputer im HLRN-Verbund – Vertrag in Göttingen unterzeichnet

 

Zur Unterstützung der Spitzenforschung beschafft der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN-Verbund) einen neuen Supercomputer, der mit knapp einer Viertelmillion Rechenkernen etwa sechsmal schneller als das bisherige System ist. Damit werden künftig noch präzisere Modellrechnungen möglich, beispielsweise in der Umweltforschung, den Lebens-, Material- und Ingenieurwissenschaften sowie in der Grundlagenforschung in Physik, Chemie und Mathematik. Die Firma Atos in Deutschland wird den neuen Computer für den HLRN-Verbund in Berlin und Göttingen installieren. Betreiber sind wie bisher das Zuse-Institut Berlin (ZIB) und erstmals die Universität Göttingen. An den Investitionskosten von insgesamt etwa 30 Millionen Euro an beiden Standorten beteiligt sich das Land Niedersachsen mit fünf Millionen Euro.

 

Etwa 244.000 Prozessorkerne

 

Der neue Supercomputer HLRN-IV hat eine Leistung von etwa 16 PetaFlop/s. Das System basiert größtenteils auf Intel Xeon-Prozessoren der Cascade Lake-Generation. Insgesamt umfasst der Rechner etwa 244.000 Prozessorkerne. Die erste Phase der Installation beginnt im Herbst 2018, im Jahr 2019 folgt der Vollausbau. Die Betriebskosten für beide Standorte über fünf Jahre liegen bei insgesamt etwa 20 Millionen Euro, die von den Ländern aufgebracht werden.

Seit der Installation des ersten Supercomputers HLRN-I im Jahr 2002 verfolgt der HLRN das Konzept mit zwei Betreiberstandorten. Neben dem bisherigen Betreiber ZIB kommt die Universität Göttingen als Betreiber nun erstmals hinzu. Mit der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) besitzt die Universität ein gemeinsames Rechen- und IT-Kompetenzzentrum mit der Max-Planck-Gesellschaft. Beide Betreiberzentren verfügen über langjährige technische und organisatorische Erfahrung im Betrieb und in der Weiterentwicklung von Hoch- und Höchstleistungsrechnern. Eine dedizierte, redundant ausgelegte Glasfaserleitung wird zwischen Berlin und Göttingen die gemeinsame systemtechnische Betreuung von beiden Seiten sicherstellen.

Im HLRN-Verbund schlossen sich 2001 die Länder Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammen, um den wachsenden Bedarf der Wissenschaft an Rechen- und Speicherkapazität zu adressieren. Im Jahr 2012 stieß das Land Brandenburg hinzu. In der deutschen Landschaft für Hochleistungsrechnen bildet der Verbund eine Ausnahme, indem er den wissenschaftlichen Bedarf von sieben Bundesländern mit insgesamt 120 Hochschulen und 171 Forschungseinrichtungen bündelt. Der HLRN verfolgt das Ziel, das Hochleistungsrechnen im Interesse der Wissenschaft nachhaltig weiterzuentwickeln und durch spezialisierte Dienstleistungen für die Spitzenforschung nutzbar zu machen.

GÖTTINGEN, 07. März 2018

 

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Bild: Universität Göttingen / Jan Vetter