Geodäten der Leibniz Universität nutzen das Ausstellungs- und Wissenschaftsschiff für ihre Messungen

 

Ein exklusiver Einblick in die Forschung bietet sich den Besuchern der MS Wissenschaft am Donnerstag, 14. Juni 2018, in Hannover am Mittellandkanal auf Höhe des Finanzamts an der Vahrenwalder Straße. Ein Team des Instituts für Erdmessung der Leibniz Universität Hannover wird hochsensible Geräte und Messinstrumente für die Satellitennavigation auf dem Schiff installieren und nebenbei Fragen der Besucherinnen und Besucher beantworten. Auf der Fahrt von Hannover nach Sachsenhagen erheben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler umfangreiche Datensätze für ihre Forschung. Damit wollen die Geodäten die Navigation in der Binnenschifffahrt zuverlässiger machen.

Wie im Straßenverkehr gibt es auch auf Binnenschiffen digitale Assistenzsysteme, die beispielsweise vor Kollisionen mit Brücken warnen, beim Anlegen assistieren oder ein spurgenaues Steuern erlauben. Im Fokus des Forscherteams um Dr. Tobias Kersten steht das Konzept des virtuellen Empfängers (VirtRx), ein alternativer Ansatz für eine präzise Navigation in der Binnenschifffahrt, der ursprünglich aus der Luftfahrt stammt. Durch eine zusätzliche Antenne werden die für die Navigation nötigen Satellitensignale zuverlässiger empfangen. Über spezielle Modellierungen und Algorithmen werden die Signale so verarbeitet, dass digitale Assistenzsysteme ein Schiff beispielsweise sicher und zentimetergenau unter einer Brücke hindurchleiten können.

Auch Studierende im Studiengang Geodäsie und Geoinformatik sind in die Forschung auf der MS Wissenschaft eingebunden. Sie erhalten die Möglichkeit, während eines Studierendenprojekts an der Auswertung der Daten mitzuarbeiten und so neue Werkzeuge für die präzise Navigation mit zu entwickeln.

 

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Bild: Tobias Kersten