Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) ist für Niedersachsen einzigartig. Mit 420 Mio. Euro sollen die niedersächsischen Krankenhäuser fit gemacht werden. Das Land Niedersachsen hat großes Interesse daran, dass die Kliniken besser auf die Digitalisierung vorbereitet sind und will damit jedes Krankenhaus fördern, um die Versorgung flächendeckend zu verbessern. Bis zum 30.06.2021 werde eine erste Charge an Anträgen im Rahmen von 80% der zur Verfügung stehenden Gesamtsumme angenommen. Hierbei wird sich an einem nachvollziehbaren Verteilschlüssel mit klaren Kriterien orientiert. Jedes Krankenhaus kennt das eigene Kontingent durch eine Mitteilung des Landes Niedersachsen. Ein Windhund-Rennen soll damit vermieden werden. Ergänzend wird in Kürze eine FAQ-Liste veröffentlicht und laufend aktualisiert. Offen ist derzeit, wie die übrigen 20% Fördermittel verteilt werden.

Damit Krankenhäuser in der Metropolregion und Niedersachsen von den zur Verfügung gestellten Fördergeldern profitiert, veranstaltete die Metropolregion GmbH einen Live-Talk zum Thema Krankenhauszukunftsgesetz – Bedarfsplanung und AntragsstellungDie Teilnehmer stellten konkrete Fragen zur Antragstellung und bekamen praktische Tipps für den eigenen Antrag. Unter den Teilnehmern waren viele Vertreter aus den Kliniken und andere Partner der Metropolregion aus der Gesundheitswirtschaft. Der Talk ist abrufbar auf unserem Youtube-Kanal.  

4,3 Mrd. Euro von Bund und Ländern für die Digitalisierung der Krankenhäuser
Seit dem 1. Januar 2021 stellen Bund und Länder gemeinsam 4,3 Milliarden Euro im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes bereit, damit Krankenhäuser in moderne Notfallkapazitäten, die Digitalisierung und ihre IT-Sicherheit investieren können. Mit dem Gesetz wird das durch die Koalition am 3. Juni 2020 beschlossene „Zukunftsprogramm Krankenhäuser“ umgesetzt. 

Guido von den Benken, Referent Krankenhäuser und Förderung im niedersächsischen Sozialministerium ruft die Krankenhäuser dazu auf, sich möglichst genau an die Vorgaben zu halten. „Wir sind auf eine sehr, sehr gute Antragstellung seitens der Krankenhäuser angewiesen.“ Eine nicht hinreichende Qualität könnte zum Scheitern führen, was niemand wolle. „Wir haben das Interesse, dass die Krankenhäuser hinterher wesentlich besser dastehen.“, so von den Benken.

„Für die KHZG-Förderungstatbestände sind besonders die Vorhaben zur Digitalen Dokumentation, Entscheidungsunterstützung, des Medikamentenmanagements und der Digitalen Leistungsanforderung für die Krankenhäuser wichtig“, sagt Christian Simon, Geschäftsführer Simon Projects GmbH. „Wenn diese Vorhaben bis zum 1.1.2025 nicht umgesetzt sind, werden die Kliniken bei der Rechnungsstellung sonst Abschläge hinnehmen müssen.“ Daher sollten hier die ersten Projekte beantragt werden. Insgesamt muss die gesamte IT-Sicherheit als Grundlage für die Förderung gesehen und umgesetzt werden. Jeder Fördermitteltatbestand muss mindestens 15 Prozent IT-Sicherheit beinhalten. Entscheidend für eine erfolgreiche Beantragung seien die in den Förderrichtlinien benannten Musskriterien. Simon hob im Vergleich zu anderen Bundesländern die klaren Regelungen in Niedersachsen als positiv hervor. Christian Simon berät bundesweit Krankenhäuser im Rahmen der Antragstellung. Er ruft die Krankenhäuser dazu auf, die Kontingente wirklich auszuschöpfen.

Gerd Dreske, Geschäftsführer, Magrathea Informatik GmbH: „Unsere Kompetenzen liegen in der Softwareentwicklung für Kliniken, weshalb wir optimal ins KHZG passen. Im Vordergrund stehen mobile und nutzerfreundliche Lösungen, wie Dashboards für Dienstpläne, Belegung von Betten- und Räumen sowie Hol- und Bringdienste.“ Sogar amazon ist bereits auf Magrathea aufmerksam geworden und sucht die Zusammenarbeit. Als Tipp gibt Dreske den Zuschauern mit: „Konzentrieren Sie sich auf die pragmatischen Inhalte der Digitalisierung Ihrer Klinik, die sich relativ schnell umsetzen lassen, wie z.B. Dashboards, sonst verzettelt man sich.“ Martin Masur von der Magrathea Informatik GmbH spürt bereits hohe Investitionsbereitschaft bei den Krankenhäusern.

„Wir bringen als Vitagroup mit Kliniken gemeinsam Fördervorgaben auf den Weg und haben das Ziel einer nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Dies erreichen wir durch fortschrittliche Technologien und intelligente Services“, sagt Joachim Neugebauer, Leiter Stationäre Versorgung, Vitagroup AG. Dabei gehören vor allem Kommunikationstechniken zwischen Patient und Mediziner zu den Schwerpunkten von Vitagroup, wie Videosprechstunden und dem Messenger wedoo. Als Tipp nennt Neugebauer den Blick der Digitalisierung nach vorne und nicht in die Vergangenheit, denn nur so kann etwas Greifbares umgesetzt werden und für den Patienten erlebbar gemacht werden.
Kai Florysiak, Geschäftsführer Metropolregion GmbH: „Wir wünschen uns, dass möglichst viele Kliniken aus der Metropolregion die Förderung wirklich ausnutzen, um neben der allgemeinen Ertüchtigung der Infrastruktur die stationäre Gesundheitsversorgung durch digitale Lösungen zu verbessern und wettbewerbsfähig zu bleiben, Wir stehen mit unseren Partnern gern an Ihrer Seite.“ 

 Welche Vorhaben sind förderfähig? 

  • Notaufnahmen
  • Patientenporttale
  • Digitale Dokumentation
  • Entscheidungsunterstützung
  • Medikamentenmanagement
  • Digitale Leistungsanforderung 
  • Cloud-Computing-Systeme 
  • Online basiertes Bettensystem 
  • Telemedizinische-Netzwerke 
  • IT-Sicherheit 
  • Patientenzimmer 


Die Gäste: 

  • Gerd Dreske (Geschäftsführer, Magrathea Informatik GmbH) 
  • Christian Simon (Geschäftsführer, Simon Projects GmbH) 
  • Joachim Neugebauer (Leiter Stationäre Versorgung, Vitagroup AG) 
  • Guido von den Benken (Referent Krankenhäuser und Förderung, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung) 


Hintergrund:
 

Richtlinien zur Förderung von Vorhaben zur Digitalisierung der Prozesse und Strukturen im Verlauf eines Krankenausaufenthaltes von Patientinnen und Patienten dienen als Orientierung für die Antragsstellung.

Auf Anfrage leiten wir gern die Präsentationen der Referenten an Sie weiter. Kontakt: newsletter@metropolregion.de

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