Thema am 23. April von 9.30-14.30 Uhr: Digitalisierung in der Pflege – Grundlagen und Bedarfe für eine smarte Versorgung

Das technische Potenzial digitaler Lösungen in der Gesundheitsversorgung ist groß: Roboter erledigen Besorgungstätigkeiten und heißen Besucher*innen in Pflegeheimen willkommen. AR-Brillen unterstützen Pflegekräfte in der täglichen Medikamentenausgabe per Plan direkt im Sichtfeld und freien Händen für die Patient*innenversorgung. Klingt vielversprechend – ist es auch. Dabei wird jedoch häufig etwas übersehen: Es geht nicht um Technik, sondern um Lösungen für existierende Probleme – im Zentrum steht also der Mensch mit all seinen Sorgen und Nöten, Wünschen und Träumen. Um einen wirklichen Mehrwert für die Versorgung von Pflegebedürftigen in Krankenhäusern wie Pflegeheimen, ambulanter Pflege oder Rehabilitation sowie für die Pflegenden selbst zu ermöglichen, müssen digitale Technologien deshalb vor allem eines: Begeistern.

Die Fakultät Gesundheitswissenschaften der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften lädt am 23. April ab 9.30 Uhr ein, im Rahmen der Konferenz „Digitale Kompetenzen für Pflegeberufe stärken! T-Nugd – Telenursing – Nursing goes digital“, den Stand digitaler Angebote in der Pflege und erforderliche Kompetenzen im europäischen Kontext zu beleuchten. Im Projekt T-Nugd (Telenursing goes Digital) entwickeln, erproben und evaluieren die Professorinnen Dr. Martina Hasseler und Dr. Sandra Tschupke gemeinsam mit ihrem Team ein wissenschaftliches Weiterbildungsangebot für Angehörige von Pflegeberufen in den Bereichen Telemedizin/Telepflege und digitale Kompetenzen. Dazu Prof. Hasseler: „Neue Technologien in der pflegerischen Versorgung haben hohe Potenziale, wenn sie mit allen Beteiligten gemeinsam entwickelt werden. Dafür bedarf es guter Vernetzungen und Kooperationen in den Regionen!“

Im Anschluss findet unser smart.mobile.health-Talk ab 13.30 Uhr per Zoom statt. Gemeinsam mit den geladenen Expert*innen schließen wir uns dem Thema der Konferenz an und möchten darüber hinaus auch Perspektiven professionell Pflegender, informell Pflegender, Pflegebedürftiger und Institutionen einbringen. Wir wollen uns mit den Fragen beschäftigen, die sich häufig erst dann gestellt werden, wenn es zu Problemen, Demotivation oder Fehlern kommt:

  • Was brauchen Pflegeeinrichtungen, um digitale Anwendungen überhaupt nutzen zu können?
  • Was brauchen Pflegende, um digitale Anwendungen überhaupt nutzen zu können?
  • Wie kann die Akzeptanz gefördert werden?

Außerdem wollen wir aufklären und Mut machen:

  • Welche Faktoren führen dazu, dass digitale Anwendungen in der Pflegepraxis noch nicht stärker genutzt werden?
  • Mit welchen Aktivitäten tragen Sie dazu bei, digitale Technologien in die Pflege zu bringen? Welche Kooperationen erachten Sie zusätzlich als sinnvoll und notwendig (für die Zukunft)?
  • Wie kann die Entwicklungsplattform Innovative Pflege der Metropolregion GmbH, gefördert vom ArL Leine-Weser, dazu beitragen, die Digitalisierung in der Pflege zu stärken?
  • Gibt es für eine solche Entwicklungsplattform noch Anregungen Ihrerseits, um Pflegeinnovationen zu initiieren und zur Umsetzung beizutragen?
  • Wer trägt die Kosten?

Teilnehmende Expert*innen:

Prof. Martina Hasseler – Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fakultät Gesundheitswesen, Projektleitung TNugd
Melanie Philip – Pflegepioniere Oldenburg
Uwe Schwarz – Sprecher für Soziales Gesundheit und Gleichstellung der SPD Landtagsfraktion, Mitglied im Ausschuss Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Mitglied der Enquetekommission „Sicherstellung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung in Niedersachsen – für eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung
Prof. Michael Prilla – TU Clausthal, Institut für Informatik – Projekte: Pflegebrille, Wissensvermittlung in der Pflegepraxis (ab 2021), digitales / KI-gestütztes Selbstmanagement für Krebspatienten (ab 2021)
Florian Tölle – DIAKOVERE gGmbH, Leitung Pflege- und Organisationsentwicklung

Moderation: Kai Florysiak – Geschäftsführer Metropolregion GmbH

Der Talk wird auf dem YouTube-Kanal der Metropolregion gestreamt und kann dort live oder im Nachgang angesehen werden.

X