CLAUSTHAL-ZELLERFELD, 30.Oktober 2018.- Nach zehn Jahren an der Spitze der Harzer Universität: Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler hat Professor Thomas Hanschke am 29. Oktober vor mehr als 400 Gästen in der Aula Academica als Präsident der TU Clausthal verabschiedet. Zugleich ernannte der Minister den scheidenden Universitätspräsidenten während des Festaktes zum Beauftragten für Hochschulzusammenarbeit zwischen Niedersachsen und China.

„Mit seinem Wirken als Präsident hat sich Professor Hanschke in das Geschichtsbuch der TU Clausthal eingetragen. Während seiner Amtszeit hat er den Austausch der TU mit China stark intensiviert. Durch sein Engagement ist ein reger Austausch von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern aus Niedersachsen und China entstanden“, sagte Thümler. „Umso mehr freuen wir uns, dass wir Professor Dr. Hanschke für die Aufgabe, die wissenschaftliche Beziehungen der niedersächsischen Hochschulen mit ihren Pendants in China zu koordinieren, gewinnen konnten.“ China sei ein zunehmend wichtiger Partner. Die Expertise des Clausthaler Wissenschaftlers sowie seine hervorragende Vernetzung böten beste Voraussetzungen dafür, dass Niedersachsen in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einnehmen könne.

 

Entwicklung der TU maßgeblich vorangetrieben

 

Bevor der Wissenschaftsminister die Ernennungsurkunde zum „Beauftragten des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur für die Hochschulzusammenarbeit zwischen Niedersachsen und China“ übergab, hatten mehrere Weggefährten die Zeit von Thomas Hanschke als Hochschulleiter gewürdigt. Er habe die Entwicklung der TU Clausthal von 2008 bis 2018 maßgeblich vorangetrieben, betonte der Hochschulratsvorsitzende Professor Harald Ludanek. Ulrich Grethe, Vorsitzender im Verein von Freunden der TU, dankte für die „langjährige, sehr gute und stets vertrauensvolle Zusammenarbeit“. Als TU-Präsident habe Professor Hanschke immer die Zukunft und das dafür Notwendige im Blick gehabt, ohne die Vergangenheit unberücksichtigt zu lassen. Professor Alfons Esderts, der nach dem altersbedingten Ausscheiden von Professor Hanschke die Geschäfte des Präsidenten übernommen hat, bescheinigte ihm Begeisterungsfähigkeit und sagte: „Sie haben sich nicht nur für Forschung, Lehre und Wissenstransfer eingesetzt, sondern an unserer Technischen Universität immer auch die Kultur gefördert.“

 

Ein Höhepunkt des kurzweiligen, bestens organisierten Festaktes bildete die launige Laudatio von Professor Jürgen Hesselbach. Der ehemalige Präsident der TU Braunschweig lobte das „ausgleichend moderierende“ Wesen des langjährigen Clausthaler Amtskollegen und attestierte ihm, sich immer konstruktiv als stabiler Partner eingebracht zu haben. Beide kennen sich gut aus sechs gemeinsamen Jahren im Präsidium der Niedersächsischen Technischen Hochschule. Die Allianz der Universitäten in Braunschweig, Clausthal und Hannover war Ende 2014 wieder abgeschafft worden. „Thomas, du hast dich um die TU Clausthal verdient gemacht“, rief Hesselbach seinem Freund zu, „auf deine Bilanz kannst du stolz sein.“

 

Fünf Forschungszentren etabliert

 

Mit der Verabschiedung von Professor Hanschke geht an der TU Clausthal eine Ära zu Ende. Von Juli 2008 bis September 2018 stand er an der Spitze der Oberharzer Universität. Vor seiner Zeit als Präsident gehörte er dem Präsidium bereits seit 2000 als Prorektor bzw. Vizepräsident für Studium und Lehre an. Kein Professor hat sich in den vergangenen 100 Jahren länger in die Leitung der Hochschule eingebracht als Thomas Hanschke.

Viel ist in seiner Amtszeit mit Hilfe vieler passiert. In der Lehre erfolgte die Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem. In der Forschung sind fünf Zentren etabliert worden: für Energieforschung, Materialtechnik, Simulationswissenschaften, Hochleistungsbohrtechnik und Umwelttechnik. Dabei forcierte die TU die Zusammenarbeit mit der Region. Die Anzahl der Studierenden kletterte im Wintersemester 2015/16 auf ein Allzeithoch von fast 5000. Offensichtliche Fortschritte gab es zudem im Erscheinungsbild der Universität. So sind seit 2008 rund 60 Millionen Euro in Sanierungen und Neubauten geflossen. Auch hat die Hochschule ihren historischen Eingang zurück und bald eine außen und innen renovierte Aula Academica.

 

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Foto: Ernst