Zehn Jahre großräumige Kooperation
Schwerpunkte Elektromobilität und Gesundheitswirtschaft
Gut aufgestellt für den Europäischen Green Deal  – Gesundheitszukunft wird gemeinsam entwickelt

Hannover, 13.12.2019. – Am heutigen Freitag fand in der Landeshauptstadt die jährliche  Versammlung der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg statt. Im Mittelpunkt des Treffens stand das zehnjährige Bestehen der großräumigen Kooperation von Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Land Niedersachsen. In  der 3,8 Millionen einwohnerstarken Gebietskulisse hat sich die Metropolregion GmbH vornehmlich in den Feldern Elektromobilität, Gesundheitswirtschaft und europäische Kooperation engagiert. Jährlich wird eine große Präsenz auf der Standortmesse EXPO Real organisiert.

Erneuerbar – elektrisch – europäisch
Für Modellvorhaben in der E-Mobilität wurden über die vergangenen Jahre mehr als 40 Millionen Euro vom Bund und der Europäischen Union eingeworben. In der Schaffung regionaler Rahmenbedingungen für zukunftsfähige Mobilität ist die Metropolregion gesuchter Partner in Deutschland und der EU. Als erste Metropolregion in Deutschland kann die Metropolregion ein großräumiges Konzept zur Förderung der Elektromobilität vorlegen. Es wird im März auf einer Konferenz des Bundesverkehrsministeriums vorgestellt und soll als Vorbild für andere Regionen in Deutschland und Europa gelten. Aktuell wurde die Metropolregion vom Bundesforschungsministerium als eine Modellregion das Programm MobilitätsWerkStadt 2025 ausgewählt.

Auf einer am Vortrag der Metropolversammlung durchgeführten Konferenz erörterten rund 130 Fachleute aus der Metropolregion und europäischen Partnerstaaten die Fragen des Aufbaus einer intelligenten Ladeinfrastruktur und die Elektrifizierung der kommunalen Flotten. Nach Berechnungen der Metropolregion werden in den nächsten zwei Jahren mindestens 500 PKW ersetzt. Hier bietet die Metropolregion ihren Kommunen attraktive  Lösungen an. Als Grundlage für die weiteren Planungen wurde eine fundierte Recherche der vorhandenen Ladeinfrastruktur von der Metropolregion vorgenommen. Derzeit werden für E-Autos 741 Ladesäulen mit 2497 Ladepunkten angeboten. Davon erfüllen 197 den Schnellladestandard. Auf dieser Basis werden die Rahmenbedingungen für Elektrofahrzeuge zielgenau entwickelt.

Auf der Metropolversammlung sprach der neue Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Belit Onay. Die jeweiligen Stadtspitzen von Hannover und Braunschweig wechseln sich im Vorsitz des Aufsichtsrates ab. Derzeit hat der Braunschweiger Oberbürgermeister Ulrich Markurth dieses Amt inne.

Statements der Vorsitzenden des Aufsichtsrates  

Ulrich Markurth
„In zehn Jahren wollen wir zu den stärksten Metropolregionen in Deutschland gehören – auf Augenhöhe mit Hamburg, Berlin, München. Hierzu bedarf es der Bündelung aller Kräfte, einer klar fokussierten Strategie, eines eindeutigen Bekenntnisses aller Gesellschafter, eines langen Atems und gleichzeitig Schnelligkeit sowie der nötigen Ressourcen. Daran arbeiten wir gerade mit viel Energie. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Metropolregion im kommenden Jahr auf eine neue Stufe der Zusammenarbeit heben werden.“

Belit Onay
„Die Metropolregion ist bestens vorbereitet auf den in dieser Woche ausgerufenen Europäischen Green deal. Das nun von der EU-Kommission angestrebte Ziel einer klimaneutralen Energieversorgung und Mobilität wird von der Metropolregion seit 2011 in nationalen und internationalen Modellvorhaben verfolgt. In der Elektromobilität zählen wir zu den Vorbildern bei der Verbindung von Verkehrs- und Energiewende. Nun gilt es, diese Position im Wettbewerb um europäische Gelder für Forschung, Entwicklung und Investitionen zu nutzen.“

Smart.Mobile.Health
Das Konsortium HiGHmed medical informatics, in dem große Datenintegrationszentren für Onkologie, Kardiologie und Infektionskontrolle in Hannover und Göttingen sowie Heidelberg aufgebaut werden, findet bundesweite Beachtung. Daran sind weitere wichtige Akteure wie die TU Braunschweig (TUBS), das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, die HAWK in Göttingen und die Hochschule Hannover beteiligt.

Das Thema Bioprinting – dem 3D-Druck von der Gefäßprothese bis zum Organ – wird verstärkt weiterentwickelt und unterstützt. Die Aktivitäten an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Leibniz Universität bieten eine hervorragende Ausgangsposition für ein langfristiges Alleinstellungsmerkmal. Ziel ist die gedruckte Niere aus Hannover.

Das angestrebte Onkologische Spitzenzentrum von MHH und Universitätsmedizin Göttingen unter Einbindung der Akteure in der ganzen Metropolregion wird die Versorgung und Forschung sowohl in den Großstädten als auch im ländlichen Raum deutlich verbessern.

An Bedeutung gewinnt das Thema Innovative Pflege. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft wird der Transfer innovativer Lösungen in den Bereichen Augmented Reality/Virtual Reality, Künstliche Intelligenz und Robotik aus der metropolregionalen Wissenschaft in die Versorgung sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle vorangetrieben.

Aus der engen Zusammenarbeit in der Metropolregion ist das Zentrum für Unfall- und Notfallinformatik am Peter L. Reichertz Institut für medizinische Informatik an der MHH und der TUBS entstanden, welches aktuell aufgebaut wird. Auf Bundesebene konnte die Metropolregion bei der Entwicklung der nationalen eHealth-Strategie des Bundesgesundheitsministeriums wichtige Impulse für Innovationen in der Versorgung setzen.

Rund 50 Fachleute aus der Gesundheitsforschung und -wirtschaft sind unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Erich Barke im Fachbeirat und Lenkungskreis Gesundheit der Metropolregion aktiv. Die Aufgaben der Metropolregion GmbH sind die Entwicklung, Begleitung und Unterstützung innovativer Projekte, der Ausbau des Netzwerks und die Kommunikation zur Stärkung der Sichtbarkeit. Ein Projektbüro wird derzeit aufgebaut.

Am gleichen Tag konnten sich Entscheidungsträger*innen aus der metropolregionalen Gesundheitswirtschaft von den Projekten überzeugen und neue Kontakte knüpfen. In seiner Keynote wies Herr Prof. Dr. Hanschke, Beauftragter des Wissenschaftsministeriums für die Hochschul-Zusammenarbeit zwischen Niedersachsen und China, auf die milliardenschweren Investitionen zum Thema Künstliche Intelligenz in China und die Bedeutung eines starken Europas hin.

10 Jahre internationales Standortmarketing
Seit 10 Jahren präsentiert sich die Metropolregion gemeinsam mit über sechzig Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung auf der Expo Real, Europas bedeutendster Standort- und Immobilienmesse.  Der gemeinsame starke Auftritt fördert die internationale Sichtbarkeit und trägt unmittelbar zu konkreter Projektinitiierung, – anbahnung und -entwicklung bei. Das gemeinsame Engagement wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt.

Hintergrund Metropolregion
Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg wurde im Jahr 2005 vom Bund als eine von zwölf Metropolregionen von europäischer Bedeutung ausgewiesen. Nach einer längeren Findungsphase wurde im Jahr 2009 die Metropolregion GmbH gegründet. Die Gesellschaft ist zur Hälfte im Besitz von 60 Kommunen. Die andere Hälfte teilen sich das Land Niedersachsen sowie zwei Vereine, in denen Unternehmen und wirtschaftsnahe Verbände sowie Hochschulen und andere wissenschaftliche Einrichtungen aktiv sind. Die Metropolregion ist aktiv in Modellvorhaben in den Bereichen Energie, Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Kreativwirtschaft. Sie organisiert den Gemeinschaftsstand auf der Standortmesse EXPO Real in München. Gemeinsam mit der Botschaft Frankreichs betreibt die Metropolregion die Antenne Métropole.

Foto: Metropolregion GmbH  v. l. n. r.
Belit Onay (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Hannover), Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Prof. Dr. Thomas Hanscke, Beauftragter für Hochschulzusammenarbeit zwischen Niedersachsen und China, Ulrich Markurth, Oberbürgermeister Stadt Braunschweig (Vorsitzender des Aufsichtsrates der Metropolregion GmbH), Rolf Georg Köhler, Oberbürgermeister Stadt Göttingen, Kai Florysiak, Geschäftsführer Metropolregion GmbH, Julius von Ingelheim, Leiter Regionalstrategie und Standortentwicklung Volkswagen AG, Franz Einhaus, Landrat Landkreis Peine, Raimund Nowak, Geschäftsführer Metropolregion GmbH

 

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