Den Zentren Braunschweig (Rang 31) und Hannover (Rang 33) werden sehr gute Chancen (4 von 5 Sterne) bescheinigt, die Digitalisierung kraftvoll nutzen zu können. Beide punkten vor allem in den Bereichen digitaler Arbeitsmarkt (BS 37/H43) und IKT-Branche (33/26). Unter die ersten 100 Regionen Deutschlands schafft es der Landkreis Hildesheim (Rang 99), der insbesondere mit einer vergleichsweise starke IKT-Branche (Rand 65) aufwarten kann. Weiteren Städten und Landkreisen werden gute Chancen zugesprochen.

Dies ist das Ergebnis des aktuellen Digitalisierungskompasses von prognos und index, der 401 Kreise und kreisfreie Städte untersucht. Der Digitalisierungskompass unterscheidet drei Kategorien: Digitaler Arbeitsmarkt (Anzahl Auszubildene im IKT-Sektor, Stellenanzeigen, Studienplätze), Bedeutung der IKT-Branche (Anzahl IKT-Unternehmen, Clusterbildung) und Breitbandausbau.

Damit ist die Metropolregion im Vergleich zu anderen Regionen in Nord-, Mittel- und Ostdeutschland (ohne Hamburg und Berlin) überwiegend gut aufgestellt. Ein deutlicher Abstand lässt sich jedoch zu den Metropolregionen Frankfurt, München, Rheinland, Rhein-Neckar und Stuttgart feststellen, denen jeweils ausgezeichnete bis hervorragende Chancen zugesprochen werden (5 Sterne und mehr). Der Wermutstropfen: Keine niedersächsische Stadt erreicht eine Platzierung in den Top 20. Die Stärke der Region Hannover und der Stadt Braunschweig erzeugt noch keine sichtbaren Spill-over-Effekte, so dass das Umland maßgeblich profitieren könnte. Hierin liegt der große Unterschied zu den o.g. Metropolregionen. Notwendig ist daher einerseits eine weitere deutliche Stärkung der Kerne, damit diese eine Kraft entwickeln können, die das Umland befruchtet. Davon würden vor allem die direkt an die Kerne angrenzenden Landkreise profitieren. Andererseits sollten die Stadt-Land-Kooperationen gezielt gestärkt sowie lokale Agenden aufgestellt werden. Ein herausragendes Beispiel ist #WolfsburgDigital.

MR-Geschäftsführer Kai Florysiak: „Die Chancen sind vorhanden, Braunschweig und Hannover stehen gut da. Digitalisierung findet jedoch weltweit statt, daher sind unsere Wettbewerber auch in Nordamerika oder China. Außerdem reicht die Stärke noch nicht, um signifikant auf das Umland auszustrahlen. Vor dem Hintergrund der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sollte unser gemeinsamer Anspruch daher lauten: Wir erreichen in der Metropolregion zwei Platzierungen unter den Top 20. Davon profitiert am Ende alle.“

Mit der Initiative eHealth.Metropolregion, dem ersten Health Hack sowie dem wichtigen Impuls zur Entwicklung des Testfelds Automatisiertes Fahren setzt sich die Metropolregion seit Jahren für eine Nutzung der mit der Digitalisierung entstehenden Chancen ein und ist gefragter Ansprechpartner. Der Masterplan Digitalisierung des Landes Niedersachsen sowie die lokal entstehenden bzw. bereits umgesetzten Startup-Initiativen und Acceleratoren werden für weiteren Schwung sorgen. Angesichts knapper Ressourcen sollte zusätzlich eine koordinierte Zusammenarbeit in der Metropolregion in relevanten Aspekten der Digitalisierung angestrebt werden.

 

Die Ergebnisse im Überblick:

 

Stadt/Kreis Gesamt Arbeitsmarkt IKT-Branche Infrastruktur Chancen
Braunschweig 31 37 33 42 ****
Region Hannover 33 43 26 73 ****
Hildesheim 99 189 65 114 ***
Wolfsburg 110 56 211 181 ***
Hameln-Pyrmont 140 160 72 203 ***
Göttingen 141 173 193 118 ***
Salzgitter 144 165 345 92 ***
Goslar 172 232 298 98 ***
Peine 213 235 302 144 **
Gifhorn 219 77 305 303 **
Celle 242 301 319 139 **
Northeim 263 205 318 244 **
Schaumburg 269 339 242 186 **
Helmstedt 279 353 349 149 **
Heidekreis 315 363 324 221 **
Wolfenbüttel 319 365 213 280 **
Holzminden 324 299 392 251 **
Nienburg 340 304 387 293 **

 

Chancenbewertung laut Handelsblatt:

****      sehr gute Chancen

***       gute Chancen

**         weniger gute Chancen

 

Quellen:

 

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