METROPOLREGION. Am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, ab 18.00 Uhr fand das fünfte virtuelle Gesundheitstreffen der Metropolregion GmbH mit Expertinnen und Experten der Gesundheitswirtschaft statt. Dieses Mal ging es um das Krankenhaus 2030. „Beim Krankenhaus 2030 wird immer noch der Mensch im Mittelpunkt stehen, trotz aller eingesetzter KI und Robotern“, sagt Dr. Sven Meister, Abteilungsleiter „Digitization in HealthCare“ am Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST). Diese Systeme werden den Medizinern zukünftig bei ihrer Diagnose und Therapie-Entscheidung unterstützen. Hierzu wird in der digitalen Kommunikation u.a. auch Telemedizin eingesetzt werden. Dies sei eine Chance, sich wieder auf das wesentliche in der Medizin zu konzentrieren.

„Der informierte Mensch wird künftig erstmalig die relevanten Entscheidungen im Gesundheitssystem treffen“, meint Prof. David Matusiewicz, Professor für Gesundheitsmanagement, Dekan und Direktor Institut für Gesundheit & Soziales (ifgs), Gründer Digital Health Academy und Digi Health Talk, Gründungsgesellschafter der EsFoMed GmbH. Die Digitalisierung wird ihn zu einem Kunden machen, weil die Transparenz im System steigen würde. Das Kräfteverhältnis wird sich wandeln und das Individuum souveräner machen.

„Wir haben uns 2015 auf den Weg zum Smart Hospital gemacht. Die Entwicklungen sind seitdem rasant.“, sagt Thayalini Anthony, Medizinische Planung und strategische Unternehmensentwicklung Universitätsklinikum Essen. Auch hier bleibt der Mensch weiter im Vordergrund, sei es als Patient oder Medizinerin. Gesundheitsdaten ermöglichten die personalisierte Medizin und würden deshalb zukünftig entscheidend für Erfolg oder Misserfolg im Krankenhaus sein.

Frank Stratmann, Insider/Berater für Gesundheitsbeziehungen, Digital Health, Gesundheit & Soziales, sieht die aktuelle Rolle von Krankenhäusern mehr als Reparaturanstalten am Rande der Gesellschaft. „Die meisten Menschen wollen mit dem Krankenhaus nichts zu tun haben, vertrauen dennoch darauf, dass ihnen individuell geholfen wird. Also muss die soziale Verantwortung verbessert werden. Nicht nur Medizin und Digitalisierung dürfen im Vordergrund stehen. Es wird eine vernetzte, mündige Community entstehen.“

„Roboter können als gesteuerte Werkzeuge für Mediziner unterstützend eingesetzt werden und nicht als autonome Systeme“, meint Dr. Jasmin Grischke, Mitbegründerin Robokind – Robotics for mankind Stiftung, Oberärztin an der MH Hannover. „Verkörperte Intelligenz, z.B. durch Telemedizin, wird dem Patienten helfen, die Angst vor der Behandlung zu verlieren.“ Dies wird auch unmittelbaren Einfluss auf das Arbeitsfeld der Mediziner haben, die u.a. um neue Digitalkenntnisse erweitert werden sollten. Im Klinikum Region Hannover wird Ende des Jahres ein Zentrum für Robotik im Gesundheitswesen installiert, in dem Fachleute sich in Reallaboren auf dem Gebiet Robotik und Künstliche Intelligenz weiterbilden können.

Moderator und Geschäftsführer der Metropolregion GmbH, Kai Florysiak, resümiert im Anschluss: „Der Flug in die Zukunft der Krankenhäuser 2030 wird für alle Partner im Gesundheitswesen eine Herausforderung werden, die nur mit Veränderungen hin zu mehr Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Robotik und Gesundheitsdaten gelingen kann. Ich bin überzeugt davon, dass wir noch viele Überraschungen erleben werden. Zahlreiche Vermutungen werden uns wahrscheinlich in zehn Jahren merkwürdig vorkommen. Sobald der Einsatz von KI und Robotik dazu führt, dass Behandlungsfehler gegen Null gehen, wird es gute Gründe brauchen, als Mensch noch dazwischen zu funken. Wichtig ist, dass wir es selbst in der Hand haben. Man muss führen wollen.“

Eine Aufzeichnung des HealthTalks finden Sie auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=96tpNfVzPjwhttps://www.youtube.com/watch?v=9YYrQAXqCq0&t=246s

Die Veranstaltungsreihe wird von folgenden #gemeinsamfürmorgen-Partnern unterstützt:
Magrathea Informatik GmbH, PricewaterhouseCoopers (PwC), skbs.digital GmbH, Techniker Krankenkasse, und WEDOO by vitagroup.

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