in.spe – Innovationen für die Verbindung von Verkehrs- und Energiewende

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg hat sich mit dem Projekt „in.spe – Innovationen für die Verbindung von Verkehrs- und Energiewende“ im Programm „MobilitätsWerkStadt 2025“ beworben.

Am 2. Dezember 2019 gibt die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karlicek den Startschuss für die Förderaktivität „MobilitätsWerkStadt 2025“ im Rahmen der Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“.

Das Programm „MobilitätsWerkStadt 2025“ sieht drei Phasen vor. Für einen kleiner werdenden Kreis von Teilnehmern wird die Entwicklung, Erprobung und angepasste Verstetigung gefördert.

Phase I: Konzepte und Strategien für eine nachhaltige Mobilität
Phase II: Planung, Umsetzung und Erprobung der Mobilitätskonzepte
Phase III: Transfer und Anpassung der Mobilitätskonzepte

 

logo in.spe

 

 

 

 

 

 

 

 

Phase II: Planung, Umsetzung und Erprobung der Mobilitätskonzepte

Der Verein Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg e. V. (Kommunen in der Metropolregion) bewirbt sich mit dem Projekt in.spe um die weitere Beteiligung an dem Programm MobilitätsWerkStadt 2025. Die Antragsskizze basiert auf den Ergebnissen der Phase I des Projekts in.spe, dem in den vergangenen zwölf Monaten entwickelten Konzept Metropolregionen elektrisieren, der seit rund zehn Jahren laufenden Beteiligung der Kommunen in der Metropolregion an nationalen und internationalen Modellvorhaben und dem Betrieb der regionalen Kompetenzstelle Amt electric sowie der Flotte electric.


In der Phase II des Projektes in.spe werden auf der Gebietskulisse einer Metropolregion von europäischer Bedeutung systemische Lösungen für die Verbindung von Verkehrs- und Energiewende entwickelt. In der wirtschaftlich von der Fahrzeugindustrie geprägten Region soll die für die Erreichung der Klimaschutzziele bedeutsame Sektorenkopplung in einer von einem kommunalen Verbund angetriebenen Kooperation mit Unternehmen der Energie- und Mobilitätsbranche demonstriert werden. Auf Grundlage wissenschaftlicher Arbeiten, im Energiesektor vorrangig vom Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH), dem Energieforschungszentrum Niedersachsen (EFZN) und mit Unterstützung einer breit aufgestellten Kommunikationskampagne werden in der zweiten Phase des Projektes in.spe drei Hauptziele bis zum Jahr 2025 angestrebt:

Ziel 1:   Im Gebiet der Metropolregion sollen mindestens 50.000 vollelektrische Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge zugelassen sein.

 Ziel 2: Der Strombedarf für 50.000 E-Fahrzeuge soll durch den Zubau von Photovoltaik-Anlagen im Gebiet der Metropolregion gedeckt werden.

Ziel 3:   Der private PKW-Verkehr soll um 25 % reduziert werden.

Mit diesen Zielen orientieren sich die Kommunen in der Metropolregion an dem im Jahr 2011 getroffenen Beschluss, bis zur Jahrhundertmitte den Energiebedarf für Strom, Wärme und Mobilität zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Gut zehn Jahre nach dieser Willenserklärung und im Lichte der sich zuspitzenden Klimakrise ist es an der Zeit, mit konkreten Vorhaben mittelfristig erreichbare Klimaschutzziele in der Mobilität anzustreben.

Ein (!) Symbol der Projektarbeit von in.spe ist die Errichtung von Rettungsinseln (Arbeitstitel). Diese Einrichtungen verbinden die Produktion und Speicherung von Solarstrom mit Verleihsystemen von E-Fahrzeugen sowie den Aufbau einer sinnvollen Ladeinfrastruktur. In diesem Kontext wird sich das Projekt mit der Identifizierung von regulatorischen Hemmnissen im Energie- und Verkehrsrecht sowie der Suche nach sachgerechten Lösungen beschäftigen. Die Vorhaben beziehen sich auf das gesamte Gebiet der 3,8 Millionen Einwohner*innen starken Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg. Im Kontext des Projekts soll zusätzlich eine teilregionale Kooperation entlang der Weser im Gebiet der Metropolregion initiiert werden.

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Phase I: Konzepte und Strategien für eine nachhaltige Mobilität

Das Gebiet der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg soll im Zuge der MobilitätsWerkStadt 2025 auf einer großräumigen Gebietskulisse den Umbau der Mobilitätswelt als mutiges Vorha­ben vorantreiben und die Veränderungen der Verkehrstechnologien, die Ausbreitung der Digitalisierung sowie die durch die Bekämpfung des Klimawandels notwendigen Umstellungen im Energiesektor aktiv gestalten. In einem der weltweit wichtigsten Standorte der Fahrzeugindustrie sollen die besonderen Synergieeffekte der Kooperation von Kommunen, Unternehmen, wirtschaftsnahen Verbänden, Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie dem Land Niedersachsen für eine innovative Strategie- und Maßnahmenentwicklung bei der Verbindung von Verkehrs- und Energiewende genutzt werden.

Die Vorteile einer großräumigen Gebietskulisse, die mit Ausnahme von Millionenstädten alle in Deutschland vorhandenen Raumtypen umfasst, sollen bezüglich der Übertragbarkeit der Erkenntnisse schon im Entwick­lungsprozess herausgestellt werden. Die Ausweisung als Zielgebiet der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung soll von den Beteiligten auch dahingehend genutzt werden, bürokratische Hemmnisse in den eigenen Wirkungskreisen abzubauen und den Anpassungsbedarf übergeordneter Regelwerke im Verkehrs- und Energiesektor zu identifizieren.

Das Vorhaben läuft unter dem Titel in.spe – Innovationen für die Verbindung von Verkehrs- und Energie­wende und wird von den Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg e. V. getragen.

Das Vorhaben  in.spe gliedert sich in drei Handlungsfelder:

  • Metropolregion elektrisieren,
  • Fahrzeugexperimente
  • Rettungsinseln

Handlungsfeld Metropolregion elektrisieren

Die konzeptionellen Grundlagen zur Förderung der Elektromobilität sollen in dem Handlungsfeld Metropolregion elektrisieren gestärkt werden. Für die Kommunen unterhalb der Großstadtebene werden Musterkonzepte angeboten. Auf der großräumigen Ebene wird ein Gesamtkonzept entwickelt. Hier baut die Metropolregion auf die Ergebnisse abgeschlossener oder bestehender Projekte auf. Auf dieser Basis können die in dem Vorhaben in.spe gesuchten innovativen Lösungen zur Verbindung von Verkehrs- und Energiewende geschaffen werden.

Handlungsfeld Fahrzeugexperimente

In diesem Handlungsfeld sollen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf 1,2,3,4 oder mehr Rädern, die noch nicht als Serienfahrzeuge angeboten werden, schneller in der Praxis erprobt werden können. Hier bietet sich eine Bereitstellung über die vom Verein Kommunen betriebene vollelektrische Modellflotte Flotte electric an. Zusätzlich können einzelne Städte und Gemeinden im Gebiet der Metropolregion den Fahrzeugherstellern Testmöglichkeiten in ihrem Gebiet zur Verfügung stellen. Diese Aktivitäten sollen dazu beitragen, dass das vereinbarte Ziel der Kommunen, ab dem Jahr 2020 nur noch lokal emissionsfreie Fahrzeuge zu beschaffen, erreicht wird.

Handlungsfeld Rettungsinseln

Unter dem Titel Rettungsinseln arbeitet das Vorhaben in.spe an Lösungen für die deutlich sichtbare Verbindung von Verkehrs- und Energiewende. Es geht um die Platzierung von Einrichtungen, die lokal erneuerbare Energie erzeugen und speichern. Anpasste Ladeinfrastruktur sowie Leihfahrzeuge sollen den zentralen Herausforderungen der Elektromobilität begegnen. Im Zuge der Entwicklung von Rettungsinseln soll ein besonderer Schwerpunkt auf die ästhetische Gestaltung gelegt werden. Zu diesem Zweck werden entsprechende Wettbewerbe stattfinden.

Träger des Vorhabens in.spe sind die Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg e. V. In diesem Verein sind alle kreisfreien Städte, Landkreise und mehrere kreisangehörigen Gemeinden sowie regionale Verbünde im Gebiet der Metropolregion organisiert. Der Verein bündelt die Interessen der Kommunen in der Metropolregion GmbH, wird aber auch seit 2012 als Träger und Partner von regionalen und überregionalen Modellvorhaben im Bereich Mobilität und Energie aktiv. Partner des Projekts sind der Landesverband erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE), das Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH), Hameln, der Verkehrsclub Deutschland, Landesverband Niedersachsen, das Energie-Forschungszentrum Nieder­sachsen (EFZN), Goslar sowie die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH, die im Gebiet der Metropolregion die großräumige Kooperation von Kommunen, Unternehmen, wirtschaftsnahen Verbänden, Hochschulen und dem Land Niedersachsen koordiniert. Der Verein Kommunen ist größter Gesellschafter der Metropolregion GmbH.

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Presseerklärung zur Bewerbung

Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg und Landesverband erneuerbare Energien Niedersachsen Bremen beteiligen sich an Bundeswettbewerb für Experimentierräume.

Hannover, 12. April 2019. – Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg und der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen haben am heutigen Freitag einen Vorschlag zur Verbindung von Verkehrs- und Energiewende vorgelegt. Unter dem Titel „Rettungsinseln“ wurde eine Lösung für die Bereitstellung von Lade- und Speichermöglichkeiten von Strom für Elektrofahrzeuge sowie die Integration von Leihsystemen entwickelt.

Vor dem Hintergrund der Debatte über fehlende Ladeinfrastruktur für Elektroautos und oft geäußerten Zweifeln an der Klimafreundlichkeit der Elektromobilität ist dieser Vorschlag der hochaktuell. Mit ihrem Konzept Rettungsinseln beteiligen sie sich an einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die ausgewählten Regionen erhalten die Chance, Regelungen außerhalb des geltenden Rechtsrahmens zu erproben. Elektromobilität braucht Rettungsinseln.

Raimund Nowak, Geschäftsführer Metropolregion:
Für den in den kommenden Monaten erwarteten schnellen Markthochlauf ist Deutschland nur unzureichend vorbereitet. Die Diskussion über Ladeinfrastruktur wird bisher vom einfachen Zählen der Ladepunkte und der Höhe der Staatsförderung bestimmt. Wenig beachtet werden bisher Ansätze, die zwischen den öffentlichen Ladesäulen und den Ladeeinrichtungen in den privaten Garagen liegen. Hier jedoch liegt das größte Potenzial, um sichere Ladeplätze in Wohnquartieren zu schaffen, den Ladestrom weitgehend vor Ort zu produzieren und zugleich Sharing-Fahrzeuge anzubieten. So wird deutlich, dass Elektromobilität mehr ist, als der Austausch des Antriebssystems.

Bundeswettbewerb schafft rechtliche Experimentierräume
Der vom Bundesministerium ausgelobte Wettbewerb schafft den ausgewählten Regionen die Möglichkeit, von hemmenden Rechtsnormen abzuweichen. Im ersten Schritt sollen Regelungen, etwa im Wohneigentums- oder Energierecht auf ihre Wirkungen bei der Bereitstellung von selbst erzeugtem Ladestrom identifiziert werden. Mit einem konsistenten rechtlichen und technischen Modell und Finanzierungsvorschlägen. Die Mobilitätswende braucht Mut, Tempo und neue Regeln. Viele Vorschriften stammen aus einer Zeit, in der sich niemand vorstellen konnte, dass Strom fossile Kraftstoffe ersetzen könnte und der private Besitz von Fahrzeugen an Bedeutung verliert.

Erneuerbare Energie macht Elektromobilität klimafreundlich
Silke Weyberg, Geschäftsführerin Landesverband erneuerbare Energie Niedersachsen/Bremen:
Die Antriebswelt der Zukunft wird erneuerbar sein. Erst der Einsatz von Fahrstrom aus erneuerbaren Energiequellen macht Elektrofahrzeuge klimafreundlich. Für die Branche der erneuerbaren Energie bietet sich hier eine große Chance zur Steigerung der Akzeptanz von Anlagen.

Elektromobilität muss schön sein
Die Gestaltung der Rettungsinseln soll in einem Architekturwettbewerb ermittelt werden. Durch die attraktive Gestaltung der baulichen Installationen soll eine zusätzliche Akzeptanzsteigerung der Elektromobilität und der erneuerbaren Energie erzielt werden.

Rechtliche Hindernisse ausräumen – Experimentierräume nutzen
Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg beteiligt sich an dem Wettbewerb MobilitätsWerkStadt 2025 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Der Wettbewerb setzt auf ein Zusammenspiel von innovativen Technologien und individuellem Mobilitätsbedarf, der auch rechtliche Hindernisse bei der Verbindung von Verkehrs- und Energiewende identifizieren will. In ausgewählten Regionen in Deutschland wird vom Bund die Ideenentwicklung finanziell gefördert und die Umsetzung  durch Schaffung regulatorischer Experimentierräume ermöglicht.

Metropolregion – seit Jahren aktiv in Modellvorhaben der Elektromobilität
Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg engagiert sich seit Jahren in regionalen, nationalen und internationalen Modellvorhaben der Elektromobilität. Sie betreibt eine der größten kommunalen Elektroautoflotten Europas und entwickelt Konzepte für großräumige und lokale Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität. Die Metropolregion verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2050 100 % der Energie für Strom, Wärme und Mobilität aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.

Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e.V.
Im LEE sind Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien in Niedersachsen und Bremen zusammengeschlossen. Der LEE bringt die Energiewende voran und informiert die Gesellschaft, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit über die Leistungsfähigkeit der Erneuerbaren Energien in unseren Bundesländern. Denn wir setzen uns für die Umstellung der Energieversorgung auf 100 % regenerative Energieträger bis 2050 ein.

Unser Projektpartner:

Projektleiter in.spe
» E-Mail
M +49 176 47010386

Flotte electric
» E-Mail
T +49 511 898586-22

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