Tanzen, musizieren, sich kulturell bilden: Für Menschen auf dem Land ist das oft schwierig – denn viele Angebote gibt es nur in der Stadt. Das » BMBF fördert daher Forschende, die untersuchen, wie sich die kulturelle Bildung auf dem Land stärken lässt.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung. Doch nicht alle haben die gleichen Chancen, sich zu bilden oder weiterzubilden. Häufig entscheidet die soziale Herkunft oder das Einkommen über den Bildungserfolg. Und selbst der Wohnort kann der Bildung Grenzen setzen, wie der nationale Bildungsbericht 2018 zeigt: So musste beispielsweise mehr als jede zehnte Grundschule in Ostdeutschland zwischen 2006 und 2016 ihre Türen schließen. Bei den Berufsschulen traf es jede vierte. Gerade auf dem Land fehlen neben Schulen zudem Angebote der kulturellen Bildung: Vielen Menschen erschwert ihr Wohnort den Zugang zu Bibliotheken, Musikunterricht, Tanz- oder Theatergruppen. Das Bundesbildungsministerium möchte die Bildungschancen auf dem Land daher nachhaltig verbessern. Dafür fördert es mit einer neuen Richtlinie Forschungsprojekte, die dazu beitragen, kulturelle Bildungsangebote bis in jeden Winkel des Landes zu tragen.

Welche Bildungsangebote brauchen die Bürgerinnen und Bürger auf dem Land? Welche Hürden gibt es im ländlichen Raum – und wie lassen sie sich überwinden? Welche Institutionen können kulturelle Bildung in die Fläche tragen? Was braucht es, um ihre Arbeit auf dem Land langfristig zu festigen? Diese und weitere Fragen sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihren Projekten untersuchen und beantworten. Die Ergebnisse sollen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, gleichwertige Lebensverhältnisse und Bildungsgerechtigkeit in allen Regionen Deutschlands herzustellen – ein Ziel, auf das sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag verständigt hat.

Wie wichtig kulturelle Bildung für mehr Bildungsgerechtigkeit ist, zeigt auch das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesbildungsministeriums. Mit dem größten Programm für die außerschulische kulturelle Bildung von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen wurden in der ersten Förderphase von 2013 bis 2017 fast 600.000 junge Menschen erreicht. Und zwar in allen Bundesländern und in 96 Prozent der Kreise und kreisfreien Städte. Obwohl das Programm die besonderen Bedingungen in ländlichen Räumen berücksichtigt, finden insgesamt mehr Projekte in Großstädten und städtischen Räumen statt als in ländlichen Regionen. Mit der neuen Förderung möchte das Bundesbildungsministerium unter anderem dabei helfen, diese „Lücke“ zu schließen.

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