Fachbezogene Forschungsergebnisse - Wasserwirtschaft

Hydrogeologische Typstandorte

Hydrogeologische Typstandorte fassen Flächen mit denselben geologischen und hydrogeologischen Eigenschaften zusammen. Zweck der Hydrogeologischen Typstandorte ist es, die Lage von Grundwassermessstellen in einen geologisch-hydrogeologischen Kontext einzubetten und für jeden Typstandort eine charakteristische Grundwasserganglinie herzuleiten. Die Basis für die Ausweisung der Hydrogeologischen Typstandorte bilden die HÜK 500: Hydrogeologische Einheiten (LBEG, 2008) und die HÜK 500: Hydrogeologische Räume und Teilräume (LBEG, 2009). Über einen Klick in die Karte können Detailinformationen für die einzelnen Standorttypen abgerufen werden.

Grundwasserneubildung

Grundwasser ist ein Rohstoff, der sich regenerieren und erneuern kann. Hauptlieferant für den Grundwasservorrat ist versickerndes Niederschlagswasser. Es sorgt dafür, dass die Grundwasservorkommen der Speichergesteine im Untergrund aufgefüllt werden. Besonders hoch ist die Grundwasserneubildung im Winter, da zu dieser Zeit ein großer Teil der Niederschläge im Boden versickert. In den wärmeren Jahreszeiten verdunstet dagegen ein großer Teil des Niederschlags bereits an der Oberfläche oder wird von Pflanzen aufgenommen. Die Grundwasserneubildung ist nicht überall gleich. Sie hängt unter anderem ab von der Niederschlagsmenge und -verteilung, der Durchlässigkeit des Bodens, dem Bewuchs und dem Relief der Bodenoberfläche sowie dem Grundwasserflurabstand. Da sich diese Parameter in Niedersachsen zum Teil auf kleinstem Raum deutlich unterscheiden, unterliegt auch die Grundwasserneubildungsrate großen lateralen Schwankungen.

Literatur:

BOGENA, H., KUNKEL, R. , SCHÖBEL, T. , SCHREY, H.P. & WENDLAND, F. (2003): Die Grundwasserneubildung in Nordrhein-Westfalen.- Schriften des Forschungszentrum Jülich, Reihe Umwelt, Vol. 37.

KUNKEL, R. & WENDLAND, F. (1998): Der Landschaftswasserhaushalt im Flusseinzugsgebiet der Elbe.- Schriften des Forschungszentrum Jülich, Reihe Umwelt, Vol. 12.

LEMKE, D. & ELBRACHT, J. (2008): Grundwasserneubildung in Niedersachsen. Ein Vergleich der Methoden Dörhöfer & Josopait und GROWA06V2. GeoBerichte 10; Hannover.

MÜLLER, U. (2004): Auswertungsmethoden im Bodenschutz.- Arbeitshefte Boden 2004/2.

Jährliche Grundwasserneubildung

Die vorliegende Karte stellt Ergebnisse dar, die mit dem Verfahren GROWA berechnet wurden (KUNKEL & WENDLAND, 1998, BOGENA et al. 2003, MÜLLER 2004). Sie zeigt basierend auf den Ergebnissen der im Projekt verwendeteten Klimaszenarien die mittlere Grundwasserneubildungsrate für ausgewählte Zeiträume. Die Grundwasserneubildungsrate wurde berechnet als Differenz aus Niederschlag, realer Evapotranspiration und Oberflächenabfluss. Eine detaillierte Beschreibung zur Version GROWA06v2 ist LEMKE & ELBRACHT (2008) zu entnehmen.

Für die Darstellung wurden die Ergebnisse der Berechnung der Grundwasserneubildungsrate in 11 Klassen mit Stufen von jeweils 50 mm/a eingeteilt. Für Niedersachsen ergeben sich hohe Neubildungsraten in den Hochlagen der Mittelgebirge und des Harzes sowie in den Geestflächen des norddeutschen Tieflandes. Nach Osten nehmen die Grundwasserneubildungsraten wegen der dort generell geringeren Niederschlagsmengen deutlich ab.

Monatliche Grundwasserneubildung

Die interaktive Karte zeigt die modelliert monatliche Grundwasserneubildung im Grundwasserkörper Wietze-Fuhse in Abhängigkeit vom gewählten Zeitraum und Klimaszenario.

Grundwasserdargebot

Die interaktive Karte zeigt die Änderung des Grundwasserdargebots von Grundwasserkörpern unter dem Einfluss des Klimawandels  in Abhängigkeit von der gewählten Szenariokombination aus Zeitraum und Klimaszenario. Grundwasserkörper sind vom Grundsatz her die kleinste und für Bewirtschaftungszwecke nach den Vorgaben der EG-WRRL nicht mehr aufteilbare Bewirtschaftungseinheit. Die Metropolregion beinhaltet ganz oder teilweise 64 Grundwasserkörper. Das Grundwasserdargebot eines Grundwasserkörpers ist definiert als Grundwasserneubildung aus Niederschlag, berechnet mit der Methode GROWA05 des LBEG in m³/a. Ein Klick in die Karte liefert kurze Detailinformationen zum Grundwasserkörper.

Wasserstände und Abflüsse

Über die Grundwasserneubildung werden die Veränderungen des Klimas im Grundwassersystem abgebildet und spiegeln zusammen mit den indirekten Veränderungen wie z.B. der Feldberegnung oder der Trinkwassergewinnung die Wasserhaushaltssituation im Grundwasserkörper Fuhse-Wietze wider. Die Auswirkungen aller Einflussgrößen werden für den Ist-Zustand aber auch für andere Zeiträume bzw. Szenarien dargestellt. Ausdruck für das Maß der Auswirkungen ist die Veränderung der Flurabstände und die der Wasserstände im betrachteten Gewässernetz. Flurabstände beschreiben die Lage des Grundwasserstandes unter der Geländeoberfläche. 

Um die komplexen Auswirkungen verschiedener Klimaszenarien auf die Wasserstände darzustellen, bedarf es eines geeigneten Instrumentariums: der Wasserhaushaltsmodellierung. Dabei wurden ein Oberflächenwasser- und ein Grundwassermodell gekoppelt. Nach Ermittlung der zukünftigen Wasserhaushaltssituation können geeignete Anpassungsstrategien fur den Betrachtungsraum abgeleitet werden. Die Karte macht die Ergebnisse der Modellierungen interaktiv erfahrbar.

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