BERLIN. Die Ergebnisse des Innovationsforums „Digitale Gesundheit 2025“, zu dem das Bundesgesundheitsministerium auch Experten der Gesundheitswirtschaft aus der Metropolregion eingeladen hatte, wurden nun publiziert.
Die wichtigsten infrastrukturellen und rechtlichen Grund-lagen für die Digitalisierung wurden im Innovationsforum 1 erörtert (Eine zukunftsfähige Basis bauen).

Folgende Handlungsbedarfe wurden erkannt:

  • die umfassende (Telematik-)Infrastruktur als Grundlage der Digitalisierung weiter ausrollen; die Weiterentwicklung und Nutzbarmachung der elektronischen Patientenakte vorantreiben, Medizinische Informationsobjekte definieren und das Zusammenspiel mit dem elektronischen Rezept, der Telemedizin und den digitalen Gesundheitsanwendungen berücksichtigen
  • Interoperabilität gewährleisten: die Nutzung von internationalen Standards stärken, die vorhan-denen Kompetenzen bündeln, eine regelmäßige Weiterentwicklung fördern
  • Datenschutz im Gesundheitswesen nutzungs-freundlich auslegen und gestalten
  • die IT-Sicherheit im Gesundheitswesen sektoren-übergreifend stärken

Das zweite Innovationsforum befasste sich mit der Thematik des Übergangs digitaler Anwendungen in die Regelversorgung (Digitale Versorgung als Normalität).

Handlungsbedarfe:

  • Bewertung von digitalen Gesundheits-anwendungen angemessen und agil gestalten
  • eine Kommunikationsstrategie für digitale Gesundheitsanwendungen und für digitale Gesundheit im weiteren Sinne entwickeln
  • (digitale) Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten stärken, ein nationales Gesund-heitsportal aufbauen und ausbauen
  • Digitalkompetenzen bei Leistungserbringern fördern

Im Innovationsforum 3 ging es um die Frage, wie die sektorenübergreifende, vernetzte und digitale Zusammenarbeit zwischen allen etablierten und neuen Akteuren im Gesundheitswesen und in der Gesundheitswirtschaft im Sinne eines Ökosystems für digitale Lösungen gestaltet werden kann (Einrichtungs- und Sektorengrenzen [digital] überwinden).

Handlungsbedarfe:

  • regionale intersektorale digitale Versorgungsnetze gezielt fördern
  • digitale Chancen für die innovative, sektorenübergreifende Zusammenarbeit beim Innovationsfonds noch stärker berücksichtigen
  • Vergütungsstrukturen hinsichtlich der Abbildung digitaler und intersektoraler Prozesse auf Anpas-sungsbedarf hin überprüfen
  • telemedizinische Versorgung stärken
  • Die Verbindung von Regelversorgung und Forschung wurde im Innovationsforum 4 diskutiert (Datenkompetenz stärken – Datenschatz nutzbar machen).

Handlungsbedarfe:

  • freiwillige Datenspende rechtsklar regeln
  • passende Strukturen für Daten klären und definieren
  • strukturierte Datenerhebung – und Bereitstellung durch Leistungserbringer incentivieren (Bonus/Malus)
  • zentrales Verzeichnis für medizinische Forschungsdaten anlegen
  • forschungskompatible Dateninfrastruktur aufbauen
  • für die Schaffung eines europäischen Gesundheitsdatenraums den datenschutzkonformen Zugang zu Gesundheitsdaten und den freien Datenverkehr erleichtern
  • Digitalkompetenzen bei Leistungserbringern fördern

Im Innovationsforum 5 ging es um die Potenziale innovativer Technologien (Neue Technologien nutzen, individuelle Zukunftsmedizin ermöglichen).

Handlungsbedarfe:

  • versorgungsorientierte Einführung neuer Technologien, einschließlich künstlicher Intelligenz; ggf. Rechtsrahmen national und europäisch an technologischen Fortschritt anpassen
  • Entwicklung von Bewertungsverfahren für  algorithmenbasierte  Technologien
  • Aufbau qualitätsgesicherter Trainings- und  Testdatensätze für algorithmenbasierte  Anwendungen im  Gesundheitswesen
  • digitale Versorgung der Zukunft kontinuierlich weiterdenken und -gestalten, zum Beispiel digitale Präventionsprogramme und ganzheitliche  Versorgungsangebote

Mitgewirkt haben Leistungserbringerinnen und  Leistungserbringer, Kostenträger, Vertretungen von Patientinnen und Patienten, Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung und Wirtschaft sowie staatliche Akteure. Sie waren in den fünf Handlungsfeldern „Eine zukunftsfähige Basis bauen“, „Digitale Versorgung als Normalität“, „Einrichtungs- und Sektorengrenzen (digital) überwinden“, Datenkompetenz stärken – Datenschutz nutzbar machen“ und „Neue Technologien nutzen, individuelle Zukunftsmedizin ermöglichen“ aktiv. Dabei ist darauf geachtet worden, Expertinnen und Experten aus der Praxis einzubinden, die über umfassende Erfahrung bei Digitalisierungsprojekten verfügen. Metropolregionsgeschäftsführer und Teilnehmer der Innovationsforen Kai Florysiak: „Die Einladung in den Expertenkreis ist eine Auszeichnung für unsere Metropolregion. Uns war wichtig, die verschiedenen Bedarfe und wertvollen Hinweise unserer Partner in Berlin zu platzieren. Eine forschungskompatible Dateninfrastruktur, Datenspenden, die Förderung regional vernetzter Ansätze lagen uns dabei besonders am Herzen und haben es auch in die Empfehlungen geschafft. Darauf können wir schon ein Stück stolz sein. Jetzt kommt es darauf an, nicht nur Papier zu füllen, sondern die Ideen auch umzusetzen.“

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