USA. Digitale Therapien gelten als Milliardenmarkt, weshalb sie bei der Consumer Electronic Show in Las Vegas ein Top-Thema sind. Die US-DiGA-Hersteller zielen u.a. auf ADHS, Schlaf und Lungenkrankheiten. Ein Baustein für die Digitale Gesundheitswirtschaft sind Digital Therapeutics. Jill Gilbert, die seit Jahren den Digital Health Kongress im Rahmen der CES organisiert, gab die Richtung vor: „Analysten erwarten, dass der globale Markt für digitale Therapien bis 2030 auf 8,9 Milliarden US-$ anwachsen wird.“

ADHS Therapie EndeavorRx von der FDA zugelassen
Gegenüber den Anfängen der digitalen Anwendungen, bezeichnet als Stand-alone-Apps, sind die Hersteller aktuell weiter. Das Unternehmen Akili Interactive berichtete über digitale Therapien für kognitive Störungen, denen sich sein Unternehmen verschrieben hat. Im Fokus der digitalen Therapien steht aktuell die Behandlung von kognitiven Störungen, wie ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung). Das Unternehmen EndeavorRx hat gerade von der FDA (oberste US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel, die neue medizinische Produkte freigeben muss) ihre neue zugelassene, digitale Anwendung freigegeben bekommen, die auf kognitives Training, vor allem ein auf das Kernsymptom Aufmerksamkeitsstörung zielt. Konkret handelt es sich um eine Serious Gaming Anwendung, die versucht, spezifische Defizite bei der ADHS in Form eines Action-Videospiels zu adressieren. Die spielenden Kinder mit ADHS müssen unterschiedliche, teils überlappende Aufgaben lösen, die sowohl sensorische als auch motorische Anforderungen stellen. Die FDA-Zulassung wurde erteilt, nachdem insgesamt fünf klinische Studien durchgeführt worden waren. Der Ansatz des Unternehmens hat nichts mit der bei Mental-Health-Anwendungen weit verbreiteten, kognitiven Verhaltenstherapie zu tun. Die Software ziele vielmehr auf eine direkte Stimulation ganz spezifischer ADHS-relevanter Hirnregionen. Letztlich soll die Hirnfunktion auf diese Weise langfristig verändert und normalisiert werden. Die Anwendung könne in den USA von Ärzten verschrieben werden und werde mittlerweile von vielen Kostenträgern regulär erstattet.

KI-Plattform für chronische Lungenerkrankungen
Bei der Weiterentwicklung von Lungenerkrankungs-/Asthma-Tools bietet das Unternehmen Propeller Health (ResMed), einen FDA-zertifizierten Sensor, der auf Inhalationstools aufgesetzt werden kann und der es erlaubt, die gemeinsamen Ziele der Therapie von Patient und Behandler zur Inhalationstherapie, Symptomverschlechterung und den Verbrauch von Rescue-Medikation telemedizinisch zu überwachen. In Studien konnte gezeigt werden, dass diese Art des Telemonitorings die Asthma-Kontrolle verbessern, Notaufnahmebesuche reduzieren und die Patientenzufriedenheit erhöhen kann. Es wurde auch ein Therapiemonitoring entwickelt, das mit Hilfe von KI-Algorithmen zu einer breiter aufgestellten, digitalen Plattform für chronische Lungenerkrankungen darstellt. So konnte das Unternehmen zeigen, dass der Verbrauch der Rescue-Medikation bei seinen Kunden unter anderem mit Luftverschmutzung und anderen äußeren Faktoren korreliert. Dies fließt jetzt in Präventionsalgorithmen ein, die die Wahrscheinlichkeit klinischer Probleme abhängig vom aktuellen Aufenthaltsort der Person vorhersagen. Eine agile Methode, die für Patienten und Mediziner Vorteile in der Therapie erzielt.

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