Symposium zum Abschluss des Verbundprojektes „Data for Urban Mobility“

In Stadtregionen und ländlichen Gebieten erhöht Mobilität Chancen, das Leben selbst zu gestalten und verändert Lebensstile. Gleichzeitig führen neue Mobilitätsbedarfe zu gesellschaftlichen, ökologischen und sozialen Problemen. Mobilität stellt somit auch einen limitierenden Faktor für die nachhaltige Stadtentwicklung dar und hat negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Die Technische Universität Braunschweig entwickelte im Verbundprojekt „Data for Urban Mobility“ Methoden zur Datenerfassung und -analyse, um das Mobiltätsverhalten in der Stadt zu beschreiben. Als öffentliche Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes gibt das Symposium „Intelligente Mobilität“ am 20. Februar 2020 unter Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen Stephan Weil Einblick in aktuelle Forschungen und Anwendungen.

Seit 2017 erarbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt „Data for Urban Mobility“ (D4UM) datengetriebene Methoden der Erforschung von Mobilität mit starkem Praxisbezug. Die Forschung trägt dazu bei, die Komplexität individueller Mobilität zu verstehen. Darauf aufbauend werden Lösungen zur Steigerung der Effizienz, der Zugänglichkeit und der Nachhaltigkeit urbaner Mobilität und damit auch die Lebensqualität in Städten und urbanen Regionen entworfen.

Das Institute for Sustainable Urbanism (ISU) der TU Braunschweig entwickelte dazu in Kooperation mit Partnern der Forschungsgruppe neue Methoden und Instrumente zur Aggregation, Integration und Analyse urbaner Mobilitätsdaten. Mit diesen Daten wurden Mobilitätsverhalten, -präferenzen und -bedürfnisse erfasst. Dabei stand der Mensch im Mittelpunkt der Analyse. Betrachtet wurde zum Beispiel, aus welchen Gründen Menschen bestimmte Mobilitätsentscheidungen treffen und wie diese mit der Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln, dem Wetter oder der Qualität von Stadträumen zusammenhängen.

Die zunehmende Verfügbarkeit von Daten birgt große Potentiale für die Erkennung von Trends und Engpässen in urbanen Räumen, die Gestaltung von Mobilitätsdienstleistungen sowie für die Infrastrukturplanung. Relevante Daten werden aber in der Regel isoliert vorgehalten und sind unzureichend vernetzt, so dass eine ganzheitliche Sicht fehlt. Im Rahmen des Projektes wurden frei verfügbare sowie durch Nutzerinnen und Nutzer zur Verfügung gestellte mobilitätsrelevante Daten in der D4UM-Datenplattform zusammengeführt.

Die maßgeblich am Institute for Sustainable Urbanism in enger Zusammenarbeit mit den Partnern erstellte „Citizen Engagement Toolbox“ ist dabei behilflich, menschzentrierte Daten zum Mobilitätsverhalten und Informationen zur stadträumlichen Umgebung zu erfassen. Ein Baustein ist die App „MiC – Move in the City“. Die App ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern eine bewusst aktive Teilnahme über das Mitverfolgen (Human Sensor) der Bewegungen durch die Stadt. Die durch Crowdsourcing-Data gewonnenen Erkenntnisse können in neue datenbasierte Planungs- und Entscheidungswerkzeuge für die Gestaltung nachhaltiger Mobilität integriert werden.

Accessibility Score

Im Zuge der datenbasierten Forschung und Entwicklung hat das ISU den „Accessibility Score“ entwickelt – eine Bewertungswerkzeug für die Beschreibung der Erreichbarkeit eines jeden Ortes in der Stadt. Dazu werden die unterschiedlichen Mobilitätsmodi wie zu Fußgehen oder Radfahren von Nutzerinnen und Nutzern zu weiteren Datensätzen wie z.B. Wetterdaten ins Verhältnis gesetzt. Indem die Konnektivität von Mobilitäts-/Stadträumen und Punkten im Netz bewertet werden, können neue Informationen für die Gestaltung nachhaltiger Mobilität und die Stadtgestaltung gewonnen werden.

Symposium „Intelligente Mobilität“

Am 20. Februar 2020 findet das Symposium „Intelligente Mobilität“ im Leibnizhaus Hannover statt. Neben Keynotes und Vorträgen diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Planerinnen und Planer die Herausforderungen und Potentiale ebenso wie konkrete Strategien zur digitalen Transformation von Mobilität. Das Symposium ist eine Veranstaltung der Forschungsgruppe D4UM, organisiert vom Forschungszentrum L3S (Leibniz Universität Hannover) und dem Institute for Sustainable Urbanism der TU Braunschweig.

Projektdaten:

Data4UrbanMobility (2017-2020) wird im Rahmen des Programms „Smart Service Stadt: Dienstleistungsinnovationen für die Stadt von morgen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Gesamtsumme von 1,86 Million Euro gefördert. Die TU Braunschweig erhält anteilig eine Förderung in Höhe von 273.000 Euro.

An dem Verbundprojekt unter Federführung des Forschungszentrums L3S der Leibniz Universität Hannover waren neben der TU Braunschweig transdisziplinäre Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft (momatec GmbH, Hannoversche Informationstechnologien, PROJEKTIONISTEN GmbH und Wolfsburg AG) beteiligt.

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Bild: Die Grafik zeigt den „Accessibility Score“ für die Stadt Braunschweig.
Bildnachweis: ISU/TU Braunschweig

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