Kommunale und europäische Aktivitäten als Schwerpunkt

HANNOVER, 11. Juni 2018.- Herausragendes Ergebnis der Zusammenarbeit in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg war die Auswahl als Schaufenster Elektromobilität. Von der finanziellen Unterstützung des Bundes in einer Höhe von etwa 35 Millionen Euro profitierten in erster Linie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in der Metropolregion sowie Kommunen, die auch nachhaltige Vorhaben, wie den E-Radschnellweg in Göttingen realisieren konnten. Das kommunale Engagement hat das Schaufenster der Metropolregion in besonderer Weise geprägt. Hier wurde die größte kommunale Elektrofahrzeugflotte aufgebaut und das Elektromobilitätsgesetz mit der Parkgebührenbefreiung bundesweit vorbildlich umgesetzt.

Laut Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion, litt das Bundesprogramm Schaufenster Elektromobilität in allen Teilen Deutschlands unter der geringen Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen und der zu starken Konzentration auf den PKW-Einsatz. Die vier Schaufensterregionen BerlinBayern/SachsenBaden-Württemberg und die Metropolregion mussten die Erprobung des beabsichtigten massenhaften Einsatzes von Elektrofahrzeugen unter den Bedingungen fehlender Fahrzeuge durchführen. Vollelektrische Busse waren nur in Vorserien-Modellen verfügbar, Lieferfahrzeuge mussten extra umgebaut werden und die Modellpalette bei PKWs war sehr eingeschränkt. Zum Zeitpunkt der Konzipierung der Schaufensterprojekte war das Interesse vieler Akteure an einer aktiven Elektromobilitätspolitik gar nicht vorhanden. Dies hat sich deutlich verändert.

Als sehr positiv wird die Verbindung zwischen den Schaufensterregionen bewertet. Deren Verantwortliche haben einer » Allianz für die Mobilitätswende, zu der auch der Bundesverband Elektromobilität und Solare Mobilität und das Innovationszentrum Berlin gehören, Vorschläge für die Schaffung von großräumigen Experimentierräumen unterbreitet. Dort können Elektrofahrzeuge und neue Mobilitätsdienstleistungen praxisnah erprobt werden.

Nowak sieht – zwei Jahre nach Auslaufen des Schaufensterprogramms – gute Chancen für die Integration der Metropolregion in ein neues großräumiges Förderprogramm. Argumente sieht Nowak in dem weiterhin sehr starken kommunalen Engagement und der europäischen Zusammenarbeit. Auf der lokalen Ebene arbeitet die Metropolregion derzeit an einem Modell der Förderung der Elektromobilität für Städte zwischen 20.000 und 40.000 Einwohnern sowie den Einsatz von Elektromobilität im Tourismus; letzteres fördert das Bundesverkehrsministerium.

Das zweite starke Standbein der Metropolregion ist die europäische Kooperation. Hier ist sie seit Jahresbeginn in einem großen EU-Verbund zur Entwicklung von Strategien, den Einsatz von Elektrofahrzeugen zu forcieren, mit Partnern in acht europäischen Staaten unterwegs. Die Finanzierung erfolgt über das EU-Programm ERA-NET (Co-Finanzierungsprogramm – Horizon 2020).

Vorschlag für ein europäisches Schaufenster Elektromobilität wird in Paris vorgestellt

Die Schaffung eines europäischen Schaufensters will Raimund Nowak im Oktober 2018 auf dem Pariser Autosalon vorschlagen. Hier konzipiert Nowak im Auftrag der traditionsreichsten Automesse die erste deutsch-französische Konferenz zur Elektromobilität. Angesichts der vielen aktuellen Bekenntnisse zur Vertiefung der deutsch-französischen Kooperation im Rahmen der Europäischen Union sieht Nowak hier ein großes Unterstützungspotenzial. In Frankreich könnte es die Region Grand Est mit den Städten Strasbourg, Nancy und Metz werden. Hier bestehen bereits belastbare Beziehungen zu Verwaltungen, Verbänden und Unternehmen. Gleiches gilt für die nordspanische Industrie-Region Valladolid, die mit der Metropolregion kooperiert.