Die Covid-19-Pandemie ist allgegenwärtig. Die Fallzahlen steigen rasant, aber es fehlt an Schutzprodukten. Zwei Promotionsstudenten der TU Clausthal haben in dieser Lage das Potenzial von 3D-Druck erkannt.

Sören C. Scherf und Raphael C. Rehmet nutzen die 3D-Drucker der Studierendenwerkstatt (Projekte openTUCreate bzw. TUCreate) im Institut für Maschinenwesen, um in der aktuellen Mangelsituation Schutzgegenstände herzustellen. Besonders medizinisches Personal braucht Schutzschilde und Masken, um sich vor den Corona-Viren zu schützen.

„Die ersten 30 Stück habe ich bereits dem Krankenhaus in Goslar überreicht. Inzwischen fertigen wir mit Hilfe von 3D-Druckern und Lasercutter weitere Exemplare des Gesichtsschutzes aus Plexiglas“, berichtet Scherf. Je zur Hälfte ist er am Institut für Maschinenwesen sowie am Institut für Chemische und Elektrochemische Verfahrenstechnik tätig und bringt wie Rehmet das nötige Know-how in den Bereichen Konstruktion und 3D-Druck mit. Grundsätzlich werden für die Herstellung ein 3D-Drucker, Filament (thermoplastischer Kunststoff), eine etwa DIN A4-große Plexiglasscheibe, ein dickes Gummiband, eine Schere und ein Locher benötigt. Professionelle Anleitungen finden sich im Internet.

Der entstandene Gesichtsschutz „made in Clausthal“ – auch Spuckschutz genannt – kann insbesondere von Ärzten und Pflegepersonal zum Eigenschutz getragen werden. Bei der Behandlung hoch ansteckender Patienten verhindert er, dass Spritzer, auch von Blut und Gewebe, ins Gesicht gelangen können. Dabei hat der Kunststoffschutz den Vorteil, bei Feuchtigkeit nicht an Funktionalität einzubüßen.

„Wir wollen mit der Krise kein Geld verdienen, deshalb geben wir die Schutzgegenstände kostenfrei ab“, sagt Rehmet, der am Institut für Maschinenwesen beschäftigt ist. Inzwischen bringen sich auch weitere Institute sowie Studierende mit privaten 3D-Druckern in die Initiative ein. Das Material wird von Privatpersonen und lokalen Unternehmen wie dem Versicherungsbüro Herterich (Clausthal-Zellerfeld) gespendet. Da die Produktion eines Gesichtsschutzes rund drei Stunden dauert, der Hauptteil entfällt auf den 3D-Druck, werde aber keine Massenproduktion möglich sein. „Wir fertigen nur auf direkte Anfrage von lokalen Arztpraxen und Krankenhäusern“, so Rehmet. Neben dem aktuellen Engagement bietet die Studierendenwerkstatt TUCreate (www.tucreate.tu-clausthal.de) Interessierten die Möglichkeit, eigene Projektideen –  etwa im Bereich 3D-Druck sowie Löt- und Schweißtechnik – unter Aufsicht prototypisch zu verwirklichen.

Zusätzlich zu den selbst hergestellten Schutzgegenständen wurden inzwischen auch Spenden mit vorhandenem Schutzmaterial, zum Beispiel Handschuhe, Ganzkörperanzüge, Brillen und Masken, von verschiedenen Instituten der TU Clausthal gesammelt und dem Goslarer Krankenhaus bzw. der Universitätsmedizin Göttingen für die Ausstattung der Beschäftigten zur Verfügung gestellt. Da die Gefährdung durch Covid-19 weiterhin als hoch angesehen wird, gibt es Überlegungen an der TU Clausthal, sich in die Eindämmung der Pandemie bzw. die Coronavirus-Forschung einzubringen.

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

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Bild: Privat

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