„Die Debatte“ ist eröffnet / Bundesweite Diskussionsreihe zu kontroversen wissenschaftlichen Themen startet im Braunschweiger Haus der Wissenschaft

Technologien für autonomes Fahren sollen ‘s möglich machen: mal zurücklehnen am Steuer, einen Film anschauen oder E-Mails schreiben – und trotzdem sicher ankommen. Doch wie autonom kann und darf die Technik sein? Wird sie in kritischen Situationen die richtige Entscheidung treffen? Wer ist schuld, wenn´s knallt? Und: Wem gehören die Daten, die autonome Fahrzeuge sammeln? In der bundesweiten Diskussionsreihe „Die Debatte“ von Wissenschaft im Dialog, Science Media Center Deutschland und Technischer Universität Braunschweig bringen die drei Veranstalter interessierte Bürger in den direkten Dialog mit Wissenschaftlern.

Zum Start des neuen Debattenformats diskutieren in Braunschweig die Mobilitätsexpertin Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband, der Ingenieur Prof. Dr. Markus Maurer von der Technischen Universität Braunschweig und der Verkehrswissenschaftler Prof. Dr. Oliver Schwedes von der Technischen Universität Berlin mit Bürgerinnen und Bürgern über Chancen und Risiken des autonomen Fahrens.

Rechte und Pflichten der Fahrer

Marion Jungbluth betont: „Für Verbraucher ist wichtig, dass bereits jetzt eindeutig geklärt wird, welche Rechte und Pflichten Fahrer haben, die sich auf die Technik verlassen. Klar muss sein, dass die Verantwortung für Fehler beim Fahren mit fortschreitender Automatisierung zunehmend auf Autohersteller oder Softwareentwickler übergeht.“

Prof. Dr. Markus Maurer, der seit mehr als zwanzig Jahren am assistierten oder automatisierten Fahren forscht, sagt: „Die komplexe Technik in selbstfahrenden Autos wird nie hundertprozentig sicher sein. Menschliche Fahrer sind das aber auch nicht. Die Gesellschaft muss für sich die Entscheidung treffen, wie sie mit dem Risiko umgeht.“

Prof. Dr. Oliver Schwedes plädiert dafür, die Diskussion rund ums autonome Fahren grundsätzlich zu erweitern: „Wir müssen Mobilität insgesamt neu gestalten. Autonome Fahrzeuge können dabei helfen – sie sind aber nur ein Baustein neben Öffentlichem Nahverkehr, Carsharing, Elektromobilität und vernünftigen Voraussetzungen für den Rad- und Fußverkehr.“

Die Debatte findet statt am Freitag, 19. Mai 2017, 19.30 Uhr im Haus der Wissenschaft Braunschweig, Pockelsstraße 11, 38106 Braunschweig. Weitere Informationen auf: www.die-debatte.org

Interessierte können schon vorab auf der Online-Plattform www.die-debatte.org ihre Meinung äußern, Fragen stellen und die Experten in Video-Statements kennenlernen. Die Veranstaltung wird auf der Plattform per Livestream übertragen. Die Debatte wird gefördert von der Volkswagenstiftung, dem Stifterverband, der Klaus Tschira Stiftung und der Schering Stiftung.

BRAUNSCHWEIG, 11. Mai 2017

Bild: metropolregion.de

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