Gemeinsames Engagement für Ausstellung im Forum Wissen Göttingen

 

Reise, Werkstatt, Holzweg – die Ausstellung „Räume des Wissens“ im zukünftigen Forum Wissen der Universität Göttingen hat ein bisher einzigartiges Konzept. Aus diesem Grund fördert das Land Niedersachsen das Projekt mit 2,9 Millionen Euro. Die Mittel kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). „Wir danken allen Förderern für diese Unterstützung. Sie trägt dazu bei, das Forum Wissen zu einem zentralen Anziehungspunkt über die Region hinaus zu machen“, so die Präsidentin der Universität Göttingen, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel. Mit dem neuartigen Museum entsteht eine touristische Infrastruktur, die Besucherinnen und Besucher weit über Göttingen hinaus anziehen wird.

Birgit Honé, Niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, bestätigte dies mit der Übergabe der Fördertafel an die Präsidentin. „Das Forum Wissen ist ein Leuchtturmprojekt in Südniedersachsen, das für die Menschen in der Region – aber auch für Touristinnen und Touristen aus aller Welt – ein offenes Haus werden wird. Es wird ein Forum zum Austausch, zum Erleben und Staunen, zum Begeistern und Verweilen.“ Die Ministerin betonte, dass sich solche Projekte nur mit Kooperation und gemeinsamem regionalen Engagement realisieren lassen.

Eine Einschätzung, der sich der Landkreis Göttingen anschließt. Auch er fördert das Projekt mit einer Million Euro; die Zuwendung stellt das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport zur Verfügung. „Die Universität Göttingen und die Region prägen einander, das wird beiden Seiten immer stärker bewusst. Die ‚Räume des Wissens‘ stehen exemplarisch für dieses gemeinsame Bewusstsein, füreinander da zu sein und voneinander zu profitieren“, so Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen.

 

70 Sammlungen der Universität Göttingen

 

Die Basisausstellung „Räume des Wissens“ wird anhand von Objekten aus rund 70 Sammlungen der Universität Göttingen zeigen, wie Wissen geschaffen wird: von wem, wie, unter welchen Bedingungen, von welchen Ausgangspunkten, mit welchen Zielen. Die Fragestellung ist fächerübergreifend und bezieht sich auf die Vergangenheit, die Gegenwart und wirft Perspektiven in die Zukunft. „Deshalb haben wir uns entschieden, die Ausstellung nicht chronologisch oder nach Fachdisziplinen zu strukturieren, sondern nach Räumen, in denen Wissen geschaffen wird“, erklärte Dr. Marie Luisa Allemeyer, Direktorin der Zentralen Kustodie an der Universität Göttingen und Projektleiterin Forum Wissen. „Hier finden sich Räume, an die man vielleicht spontan denkt: die Bibliothek, das Labor und der Hörsaal. Es gibt aber auch ungewöhnliche Räume, wie Reise, Werkstatt oder Holzweg.“

Das Feinkonzept der Basisausstellung für das Forum Wissen wird derzeit von einem kuratorischen Team erarbeitet, dem Dr. Joachim Baur und zwei seiner Mitarbeiterinnen der Ausstellungsagentur „Die Exponauten“ aus Berlin angehören sowie Dr. Marie Luisa Allemeyer und weitere Mitarbeiter der Zentralen Kustodie. Das zukünftige Museum der Universität Göttingen lädt dazu ein, Wissenschaft als einen Prozess zu verstehen, der von Menschen betrieben und bestimmt wird, die Entscheidungen für den einen oder anderen Weg treffen. Ein differenzierter, fächerübergreifender Blick, wechselnde Perspektiven und offene Deutungen werden es den Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, sich kritisch mit Wissenschaft auseinanderzusetzen. Sanierung und Ausbau des Gebäudes an der Berliner Straße 28 haben begonnen; die Eröffnung des Wissensmuseums ist für Anfang 2020 geplant. Projektleiterin ist Dr. Marie Luisa Allemeyer, Direktorin der Zentralen Kustodie, einer 2013 gegründeten Einrichtung der Universität. Sie hat die Aufgabe hat, die Nutzung der akademischen Sammlungen in Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation zu fördern.

 

» zur Uni Göttingen

Bild: Jan Vetter