Start-Up entwickelt die kleinsten Lineale der Welt

 

Das junge Gründerteam des Startup-Unternehmens GATTAquant und ihr Mentor, Professor Philip Tinnefeld, erhalten den mit 10.000 Euro dotierten Technologietransferpreis der Industrie- und Handelskammer Braunschweig. Die vom Team gemeinsam entwickelten Nanometerlineale sind Werkzeuge für den Betrieb von superauflösenden Mikroskopen und werden weltweit an wissenschaftliche Labore sowie Unternehmen vertrieben. Die Grundlagen dazu entstanden in der Arbeitsgruppe NanoBioScience von Professor Tinnefeld am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Technischen Universität Braunschweig.

Die Mikroskopie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, sodass es heute möglich ist, mit hoher Auflösung in die einzelnen Bestandteile lebender Zellen zu schauen und detaillierte Erkenntnisse über die Bausteine des Lebens zu gewinnen. Für den immer präziseren Blick auf die hier wirksamen Biomoleküle gibt es unterschiedliche Verfahren, wie etwa das STED-Mikroskop. Diese 2014 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichneten Hochleistungsmikroskope sind technisch außerordentlich komplex. Die winzigen Dimensionen stellen die Wissenschaft vor neue Herausforderungen.

 

Passgenaue Nanostrukturen auf Bestellung

 

Ermöglicht durch die Förderung aus Mitteln des EXIST-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wurde im September 2014 die GATTAquant GmbH gegründet, um obige Nanometerlineale kommerziell vertreiben zu können. Inzwischen beliefert das junge Unternehmen Kunden in ca. 50 Ländern weltweit. Neben renommierten Universitäten und wissenschaftlichen Arbeitsgruppen zählen auch Unternehmen aus den Bereichen Mikroskopie, Pharma und Diagnostik zu den Kunden. Der Vertrieb erfolgt direkt, sowie in strategischen Partnerschaften, in Zusammenarbeit mit ausländischen Distributoren. „Unser Ziel ist es, der weltweit führende Anbieter von Standard- und Teststrukturen für die Mikroskopie und Diagnostik zu werden“, sagt Geschäftsführer Jürgen Schmied.

Die Arbeitsgruppe von Professor Tinnefeld ist Mitglied in gleich zwei Carolo-Wilhelmina-Zentren der Technischen Universität Braunschweig: Dem Systembiologie-Zentrum BRICS (Braunschweig Integrated Centre of Systems Biology) und dem auf Nanomesstechnik spezialisierten Zentrum LENA (Laboratory for Emerging Nanometrology).

 

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Foto: Herr Pause, IHK Braunschweig