Braunschweig / Hannover. Die Digitalisierung in Gesundheit und Pflege schreitet in hoher Geschwindigkeit voran. Wie können die Menschen in unserer Region davon profitieren? Welche Chancen bieten sich für die regionale Wissenschaft und Wirtschaft? Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen treibt die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH das Thema derzeit voran. Im Radiosender „NDR 1 Niedersachsen“ nahmen jetzt Experten aus der Region dazu Stellung. „Wir blicken in die Zukunft der Medizin“, leitete Moderator Florian Kneifel die am Donnerstagabend gesendete Gesprächsrunde zum Thema „e-health: Die Zukunft der Medizin ist elektronisch“ ein.

 

„Der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen ist ein Schlüssel dafür, eine qualitativ gute medizinische Versorgung auch im ländlichen Raum sicherzustellen“, so Metropolregions-Geschäftsführer Kai Florysiak. Als Beispiel nennt er Hausbesuche durch medizinisches Fachpersonal, das dem Arzt über den Einsatz etwa von Tablet-PC und Videokommunikation ein Gespräch mit dem Patienten aus der Ferne ermöglicht. Bereits heute wird die Videosprechstunde in Pilotprojekten getestet – mit Erfolg. Und auch bei der digitalen Kommunikation zwischen Arzt und Patient gibt es manche Vorreiter. So bietet etwa Dr. Thorsten Kleinschmidt, niedergelassener Allgemeinmediziner und zugleich Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Braunschweig, seinen Patienten auch eine schnelle Kommunikation über SMS oder E-Mail an, etwa, um sich nach Laborwerten zu erkundigen. Im Hintergrund hat er seine Praxis papierlos organisiert sowie Geräte und Software – soweit heute schon möglich und sinnvoll – miteinander verbunden. Doch der Mediziner und auch seine Kunden wünschen sich noch mehr.

 

Denn es geht nicht nur um eine bessere und schnellere Kommunikation. Florysiak erhofft sich durch die digitale Vernetzung auch eine Reduzierung von Fehldiagnosen. Über 10.000 Menschen sterben derzeit jährlich in Deutschland an den Folgen von Fehlmedikationen – auch, weil die notwendigen Daten nicht vorliegen. „Digitalisierung kann helfen, Menschenleben zu retten. Es wäre daher sträflich, diese Chancen nicht zu nutzen“, ist er überzeugt. Ein Grund für die Metropolregion, mit der Initiative „eHealth.Metropolregion“ Fachleute aus dem Gesundheitswesen und die breite Öffentlichkeit gleichermaßen für die Chancen der Digitalisierung zu sensibilisieren. Unterstützt wird dieses Ziel auch von vielen Akteuren aus dem Gesundheitsbereich selbst.

 

„Wir befinden uns in einem Zeitalter der digitalen Revolution und wer dieses wichtige Thema jetzt verschläft, wird zukünftig abgehängt sein“, so Dr. Andreas Goepfert, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Braunschweig. Seiner Einschätzung nach hinkt das deutsche Gesundheitswesen derzeit den Entwicklungen in manchem europäischen Nachbarland um zehn bis fünfzehn Jahre hinterher. Zwar müssten formelle Dinge geklärt werden, doch mahnt er mehr Lösungsorientierung anstatt Bürokratisierung an. „Es geht nicht nur um eine einfachere Terminvereinbarung. Unser Ziel ist es, alle diagnostisch und therapeutisch entscheidungsrelevanten Daten nutzbar zu machen. Die Schwierigkeit dabei ist, die außerhalb erhobenen Daten mit den im Krankenhaus entstehenden Daten zu einem Patienten zusammenzufügen“, beschreibt Goepfert die Herausforderung. In der Zusammenarbeit der regionalen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sieht der Mediziner und Betriebswirt jedoch ein großes Potenzial, um aufzuholen und zum Vorreiter digitaler Technologien zu werden – zum Wohle der Patienten.

 

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Es geht nicht darum, um jeden Preis zu technisieren, sondern darum, die Versorgung zu verbessern“, so Dr. Nils Hellrung, Geschäftsführender Gesellschafter der Symeda GmbH. Das Braunschweiger Unternehmen entwickelt Lösungen für die Vernetzung in der Gesundheitsbranche. Die immer wieder als Hemmnis angeführte Sicherheit der medizinischen Daten sieht Hellrung als lösbar an. „Die Daten müssen dem Patienten gehören, der allein darüber entscheidet, wer diese einsehen darf“, stellt Hellrung, zugleich stellvertretender Vorsitzender des Beirates der Initiative „eHealth.Niedersachsen“, klar. Zugleich spricht er sich für eine technische Infrastruktur in der Metropolregion aus, die auf eine dezentrale Speicherung der Daten beim Patienten, Arzt oder im Krankenhaus setzt. Bei Bedarf können diese mit Zustimmung durch den Patienten automatisiert abgerufen werden.

 

„Unser Antrieb ist, dass noch mehr Menschen von digitalen Lösungen im Gesundheitsbereich profitieren können“, sagt Florysiak. Um den Dialog von Fachleuten und Interessierten voranzutreiben, lädt die Metropolregion am Montag, 12. Juni, nach Braunschweig ein. Bei den „Impulsen zum Feierabend“ stellen Gesundheitsexperten aus der Region bereits bestehende Projekte zur Digitalisierung in Gesundheit und Pflege vor und laden zum Dialog ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Haus der Wissenschaft, Pockelstraße 11, in Braunschweig. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung über die Internetseite www.metropolregion.de/gesundheit ist erbeten.

Download der Pressemitteilung hier.

Die vollständige Sendung finden Sie in der Mediathek des NDR hier.

Foto: Fotolia, Datei: #152137787 | Urheber: kjekol

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