Der Standort Braunschweig steht weltweit für Messtechnik

 

13. Oktober 2017.- Seit 10 Jahren gibt es die Braunschweig International Graduate School of Metrology (B-IGSM). Über 100 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind seitdem aus allen Kontinenten nach Braunschweig gekommen, um den Grundstein für eine Karriere in der Forschung zu legen und auf höchstem Niveau zu Themen aus der Messtechnik zu forschen.

Messtechnik ist eine Schlüsseldisziplin. Ohne sie könnte man kein Haus bauen, kein anspruchsvolles  Kuchenrezept ausprobieren und beim Autofahren die Geschwindigkeit nur sehr grob einschätzen. In den Natur- und Ingenieurwissenschaften kommt es umso mehr auf Präzision an. Hier muss die Metrologie – die Wissenschaft vom präzisen Messen – in immer neue Dimensionen vordringen. Die Nanomesstechnik zum Beispiel macht viele wichtige Entwicklungen erst möglich. Sie kann winzige Strukturen, Partikel und Moleküle, von denen man noch vor kurzem nur ungefähre Vorstellungen hatte, heute in einer hohen Genauigkeit aufspüren, charakterisieren oder herstellen und macht unter anderem neue Diagnoseverfahren, Hightech-Materialien und winzigste Maschinen möglich.

30 aktive Forscherinnen und Forscher in etlichen Instituten aus beiden Einrichtungen sind an der Ausbildung der Nachwuchskräfte beteiligt. Der Lehrplan sieht neben metrologischen Themen auch Schlüsselqualifikationen und Exkursionen vor. Jährlich ergänzt eine international besetzte Sommerschule das Angebot. Seit 2014 fördert auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft durch die Finanzierung des Graduiertenkollegs „Metrologie für komplexe Nanosysteme“, die Nachwuchsförderung in diesem Bereich.

 

Die Metrologie Initiative Braunschweig

 

Die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen Technischer Universität Braunschweig und Physikalisch-Technischer Bundesanstalt hat mit der Gründung der B-IGSM vor zehn Jahren eine neue Qualität erhalten, die seither kontinuierlich weiter gesteigert wurde. Sie ist ein Baustein der Metrologie Initiative Braunschweig, die den Standort als internationale Forschungsregion für Metrologie – einem von vier Forschungsschwerpunkten der TU-Braunschweig –, stärken und weiter ausbauen will. Gemeinsam wird auch der Master-Studiengang Messtechnik und Analytik an der TU Braunschweig angeboten. Mit dem gemeinsam von TU Braunschweig und PTB betriebenen Forschungszentrum LENA (Laboratory for Emerging Nanometrology) wird die Kooperation künftig auch räumlich verortet. Erst vor kurzem wurde das Vorhaben „Quantum Frontiers“, das die Partner gemeinsam mit der Leibniz Universität Hannover im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder eingereicht haben, zum Vollantrag aufgefordert und hat damit die erste Hürde zum Exzellenzcluster überwunden.

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Bildquelle: TU Braunschweig/Philipp Schneider