Neuer Forschungsverbund R2N fördert Ersatzmethoden

 

GÖTTINGEN, 08. März 2017.- Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat einen neuen Forschungsverbund „R2N – Replace und Reduce aus Niedersachsen – Ersatz und Ergänzungsmethoden für eine zukunftsweisende biomedizinische Forschung“ auf den Weg gebracht und fördert diesen mit 4,5 Millionen Euro. „Unser Ziel ist es, Tierversuche in der Forschung zu reduzieren und sie nur noch als Ultima Ratio einzusetzen. Mit dem Verbund fördern wir Ersatz- und Ergänzungsmethoden. Zugleich geben wir der gesellschaftlichen Verantwortung der Wissenschaft und ethischen Fragen mehr Gewicht“, sagt Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Der Verbund wird von der Medizinischen Hochschule Hannover, der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Universitätsmedizin Göttingen und der Leibniz Universität Hannover getragen. Weitere Beteiligte sind das TWINCORE – Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung -, das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin sowie das Deutsche Primatenzentrum.

„Bei diesem Vorhaben ist ganz besonders auch die rechtliche und ethische Dimension gefragt: Die besten Alternativmethoden helfen nicht, wenn sie von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nur mit großen Mühen rechtlich etabliert werden können“, sagt Prof. Dr. Nils Hoppe, Sprecher des Centre for Ethics and Law in the Life Sciences (CELLS) an der Leibniz Universität Hannover. „Die Leibniz Universität spielt in diesem Verbund ihre große Stärke aus: Die Verbindung von Naturwissenschaften mit den Geisteswissenschaften im Zusammenhang mit der Erforschung verantwortungsbewusster und reflektierter Wissenschaft.“ Das Forscherteam von CELLS arbeite im R2N Verbund gezielt daran zu verstehen, wie unsichere wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer rechtssicheren Forschungsgrundlage werden können.

Den Forscherinnen und Forscher wird über eine Laufzeit von vier Jahren die Möglichkeit gegeben, Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche zu entwickeln und damit Tierversuche zu vermeiden bzw. die Zahl der Tiere in Versuchen auf das unerlässliche Maß zu beschränken. Dabei werden Methoden erforscht, die Versuche am lebenden Tier durch Untersuchungen an Organen ex vivo und durch Forschung an Zellkulturen ersetzen. Ebenso werden Methoden berücksichtigt, die den Einsatz von Tieren für bestimmte Fragestellungen nicht vollständig ersetzen, aber die Tierzahl für diese Fragestellung deutlich reduzieren können.

Verschiedene Teilprojekte entwickeln Alternativmethoden in der Grundlagenforschung und translationaler Forschung. Dabei werden auch ethische Fragestellungen bearbeitet. Darüber hinaus wird der Austausch zwischen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gefördert und der Aufbau eines Netzwerkes für Alternativmethoden ermöglicht.

Bild: Universität Göttingen